Die Gewinnung einer Harnprobe erscheint verglichen mit der von Blut einfacher zu sein. Dieses vordergründig erklärliche Urteil wird jedoch durch einige Gesichtspunkte in Frage gestellt. Die Harnmenge und -zusammensetzung ist bei weitem nicht so konstant wie die des Blutes, sondern der Harn sammelt sich entsprechender der Funktion der Nieren mit der Zeit in der Harnblase, um dann je nach Bedarf (und Willen) entleert zu werden. Die Ausscheidungen im Harn spiegeln im Prinzip den Teil der Stoffbilanz des Menschen wider, der sich über die Nieren-Funktionen abspielt; dies ist für viele Nährstoffe ein Hauptweg. So kann man über die Harnausscheidungen erfahren wie viel Stickstoff (Eiweiß), wie viel Mineralstoffe usw. ein Mensch aufgenommen hat; doch die dazu nötigen Angaben zeigen sich nicht in einer einmaligen, zufälligen Harnausscheidung (Zufallsprobe), sondern vielmehr erst über einen Zeitraum der meist länger als ein Tag ist. Das vollständige Sammeln aller Urin-Ausscheidungen über einen längeren Zeitraum bedeutet jedoch einen hohen Aufwand; denkt man an Feldstudien; dann müssen die Teilnehmer bereit sein, die entsprechenden Sammlungen an ihren jeweiligen Aufenthaltsorten vorzunehmen (zu Hause, an der Arbeit, Freizeitstätte usw.) und entsprechend präpariert sein (sie müssen die Sammelbehälter bei sich haben). (Nüchtern-Urin - Morgen-Urin - "Nachtzeit" - relativ großer Zeitraum / Kompromiß)
Bei Personen, die nicht kontrolliert Harnlassen können, insbesondere Säuglinge und Kleinkinder, sind solche komplett Harn-Sammlungen in Feldstudien praktisch nicht zu realisieren.
Bei Feldstudien wird man auch versuchen mit einmaligen Harnproben auszukommen. Bei Einmal-Harnproben benötigt man jedoch eine Harn-interne Bezugssubstanz, die anzeigt auf welchen Anteil sich der Harn bezieht; dies sind solche Substanzen, die relativ konstant im Harn ausgeschieden werden, wie z. B. Kreatinin, 3-Methyl-Histidin, Urochrome usw. Die Konstanz ist jedoch nicht absolut, so sind die Interpretationen der Ergebnisse aus solchen Proben schwieriger, als aus Zeit-Harn-Sammlungen.
Die Ausscheidungen im Harn unterliegen tageszeitlichen Schwankungen, die größer sind, als die im Blut festgestellten. Wie bei Blut so muss auch bei Harn die Aufarbeitung, Transport und Lagerung der Proben gut geplant sein. Man braucht eine entsprechende Anzahl von Sammelflaschen, die gut beschriftet bzw. gekennzeichnet sein müssen. Harn ist leicht verderbliches biologisches Material; bei normalen Raumtemperaturen kommt es zu mikrobiologischen Vorgängen, die alle weiteren Bestimmungen unbrauchbar machen können. Dagegen können sie durch Kälte oder durch Zusatz entsprechender Chemikalien, die allerdings nicht spätere Analysen beeinflussen dürfen, geschützt werden.

Urin als Indikator für Nahrungsaufnahme:
10-minute urine test can measure specific compounds from food consumed  - ScienceDaily 16.03.2016 -
- Burger, K.:  Biomarker in Blut und Urin. TAZ 17.02.2017 S12

Zufallsurin  ( Bezugsgrößen, wie z.B. Kreatinin)

(Abb91 - OLT134M - Variationen der Kreatinin-Ausschedidung)

24 Stunden Harn

(Gültigkeit - Vergleich Ernährungs-Trink-Protokoll und 24 StundenHarn Volumen (Beispiel Abb86- OLT134M)

Urin - Wikipedia Aritkel des Tages 11.02.2019 - viele Substanzen darin = Urin-Metabolom