08/08/25
Speichel (lat. saliva; umgangssprachlich Geifer, Sabber oder Sabbel; alltagssprachlich oft Spucke) ist das Sekret der Speicheldrüsen. Diese Körperflüssigkeit wird von Tieren und auch vom menschlichen Organismus produziert. Die Produktionsstätten des Speichels befinden sich im Bereich der Mundhöhle. Der Speichelfluss wird in der medizinischen Fachsprache auch Salivation genannt.
Speichel besteht zu etwa 99,5 % aus Wasser und enthält etwa 0,5 % gelöste Bestandteile. Der Mundspeichel des Menschen befeuchtet zunächst die Mundhöhle, was das Schlucken, Sprechen und Schmecken erst möglich macht und auch das Riechen beeinflusst. Weiterhin hat der Speichel durch enthaltene Stoffe wie Lysozym, Immunglobulin A, Laktoferrin und Histatin antibakterielle Wirkung. Histatin fördert zusätzlich noch die Wundheilung. Erhard Friedrich Leuchs entdeckte 1831 die stärkeabbauende Wirkung des Speichels. Speichel ist aber auch zur Gesunderhaltung der Zähne wichtig.
Schleim (lat. mucus oder mucilago) ist eine zähflüssige organische Absonderung, insbesondere von Schleimhäuten, die üblicherweise dem Schutz der Organoberfläche vor Austrocknung, Fremdpartikeln oder Abrieb dient. Schleim kann auch der Einhüllung und Abkapselung von unerwünschten Fremdkörpern dienen. Strukturbestimmende Hauptbestandteile des Schleims sind die Mucine.
Der Schleim hat bei verschiedenen Schleimhäuten eine unterschiedliche Schutzfunktion:
- Nasenschleimhaut produziert das Nasensekret, welches dem Abfangen von Staub aus der Luft, der Befeuchtung der Einatemluft und Feuchterückgewinnung aus der Ausatemluft dient.
- Mundschleimhaut/Speichel: Bindungsstelle für Bakterien, enzymatische Spaltung von Polysacchariden, Befeuchtung zum Speisebrei.
- Magenschleimhaut schützt vor der Magensäure,
- Darmschleimhaut im Dickdarm ist in engem Kontakt mit der Darmflora. Der Schleim ist ein wichtiger Bestandteil der Barrierefunktion des Darms, der eine starke Immunreaktion mit der Darmflora verhindert; schmiert Darminhalt bei Transport und Ausscheidung.
- Gebärmutterschleimhaut schützt den Embryo und ermöglicht dem befruchteten Ei die Einnistung. In jedem Zyklus wird ein Teil der Schleimhaut auf- und wieder abgebaut.
- Zervixschleim verhindert das Eindringen von Krankheitserregern in die Gebärmutter. Die Zusammensetzung des Sekrets verändert sich im Zyklusverlauf.
- Augen: Schmierung der Augenbewegung, Einbettung, Transport, Bindung und Abscheidung von Staub und Fremdkörpern
Informationen:
Speichel - wikipedia
Schleim (Mukus) - wikipedia
Burger, K.: Dem Schleim auf der Spur - In körperlichen Schleim entdecken Forschende seit einiger Zeit wahre Powerstoffe, die nicht nur Krankheit undGesundheit beeinflussen. TAZ 08.08.2025