Das Vitamin B6 (Pyridoxin) ist vor allem im Eiweiß-Stoffwechsel beteiligt und zwar hat es Koenzym-Funktionen bei der Übertragung von Aminogruppen bei den Aminosäuren (Transaminasen); somit muss sein Zustand im Zusammenhang mit dem von Eiweiß gesehen werden. Eine weitere Eigenart des Vitamin B6 ist, dass es in vielen verschiedenen chemischen Formen zu finden ist. Die Konzentrationen dieser Vitamin B6-Verbindungen im Blut und Harn stellen einen Bereich der biochemischen Indikatoren dar. Aufgrund der Kenntnisse über die Stoffwechsel-Funktionen des Vitamin B6, gab es hier schon recht früh entsprechende Funktions-Tests. Durch einen Vitamin B6-Mangel ist der Abbau der Aminosäure Tryptophan verändert. Die übliche Umwandlung des Tryptophans in das Vitamin Niazin ist im Mangel behindert, so entstehen andere Stoffwechselprodukte, z. B. ist die Ausscheidung der Xanthurensäure im Harn erhöht. Deutlicher wird dies durch einen Belastungstest. Wiederum seit den 1960er Jahren gibt es auch für das Vitamin B6 Enzym-Aktivierungs-Tests, analog denen, die für Vitamin B1 bzw. Vitamin B2 bereits beschrieben wurden. Es sind auch wieder Enzyme aus den Erythrozyten und zwar zwei Transaminasen:
- Erythrozyten-Glutamat-Pyruvat-Transaminase (EGPT; modern: Alanin-Aminotransferase = ALAT = L-Alanin:2-oxo-glutarat-aminotransferase = EC 2.6.1.2.) und
- Erythrozyten-Glutamat-Oxalacetat-Transaminase (EGOT; modern: Aspartat-Aminotransferase).

In analoger Weise wird der jeweilige Aktivierungsindex gemessen, in dem das Koenzym - das Pyridoxal-5'-phosphat (PLP) - zu einer Parallel-Probe zugesetzt wird. Auch hinsichtlich der Erfahrungen bei der Anwendung dieser Indikatoren bei ernährungsepidemiologischen Studien zeigt sich ein bereits von den bisher bekannten B-Vitaminen bekanntes Bild. Es gibt positive Berichte, aber auch Hinweise über die Grenzen der Methoden.

Bei der Bewertung müssen wiederum die vielen weiteren wichtigen Faktoren des Einflusses auf den Vitamin B6-Stoffwechsel berücksichtigt werden; neben dem bereits eingangs genannten Protein, sind weitere wichtige Faktoren zu nennen: regelmäßige Einnahme von Hormonen (Östrogenen) zur Empfängnisverhütung (orale Kontrazeptiva, "Pille") beeinflusst die biochemischen Indikatoren in der Weise, dass sie eher einen Vitamin B6-Mangel anzeigen. Auch körperliche Anstrengungen zeigen einen Einfluss auf die entsprechenden Indikatoren.
Mangel ist relativ selltem, Pyridoxin in vielen Lebensmitteln zu finden.

Lit -
Benson - JNu 96_83_1968

György - AJCN 24_1250_1971

Scatterdiagram - Vitamin Indikator - Vitamin Intake (Breskin 1985)