Körperliche Leistungsfähigkeit – physical fitness (Kap 3.6 in EPIDEM-Buch)  -  Kurzdauern – Kraft - Handdruck – handgrip strength
Langdauernde Leistungsfähigkeit – Arbeitskraft – working efficiency - (Kraut-Studien)  (siehe - Funktionen der Menschen- körperliche Leistung)

Die körperliche Leistungsfähigkeit hängt unmittelbar von der Bereitstellung von genügend Energie für die Erbringung der körperlichen Anforderungen ab. Diese Energie kann für einen begrenzten Zeitraum durch entsprechende Körperreserven bereitgestellt werden; im Prinzip muß sie jedoch durch die Nahrung zugeführt werden. Zur Bereitstellung der Nahrungsenergie muss der Stoffwechsel funktionieren und dazu werden die Nährstoffen benötigt. So gesehen hängen auch die körperlichen Leistungen der Menschen - genau wie die geistigen - von vielen Faktoren ab. Dazu sind solche zu zählen, die nicht direkt von der Ernährung beeinflusst werden, wie Motivation und Bedingungen der sozialen und materiellen Umwelt. So muß man die Indikatoren der körperlichen Leistungsfähigkeit des Menschen in den Rahmen von komplexen Untersuchungs-Modellen stellen. Es gibt auch eine ganze Reihe von Methoden, doch die Interpretation dieser Indikatoren ist nicht einfach; so sind sie keine häufigen Indikatoren in ernährungsepidemiologischen Studien, obwohl gerade durch sie gute Kriterien für die Beurteilung der sensibleren Indikatoren möglich wären (s.S.166).

Die Messung der körperlichen Leistungsfähigkeit in zwei größere Bereiche einzuteilen. Die Messung der kurzzeitigen Leistung - der Kraft, die man in einem kurzen Zeitraum ausüben kann (Dynamometrie, "Händedruck; Gewichtheben, u.a.), und die Messung der Leistungen über einen längeren Zeitraum hinweg, die Messung der Ausdauer, der Arbeitsleistung. Der erste Bereich hängt weniger stark vom Ernährungszustand ab, als der zweite.

Die Messung der maximalen Muskelkraft kann nur für einen bestimmten kurzen Zeitraum gemessen werden. Dabei gibt es zwei Arten, nämlich bei der Kraftanwendung zieht sich der Muskel zusammen (dynamische Kraft), doch er kann auch in gleicher Ausdehnung bleiben, z.B. wenn man gegen etwas Unverrück-bares drückt (statische Kraft, isometrisch). Die Kraftmessung erscheint noch methodische Lücken zu haben; am häufigsten und somit auch am standardisiertesten ist die Messung der Kraft in der Hand mittels eines Handdynamometer. Es wäre natürlich denkbar, andere Muskel(gruppen) entsprechend zu messen. Die Erfahrungen aus entsprechenden Studien zeigen, daß es zwar Einflüsse von Fehlernährung auf die Muskelfunktionen gibt, da jedoch die Kraftmessung von vielen anderen Faktoren abhängig ist (Lebensalter, körperliches Training, usw.) und somit der Ernährungsfaktor nur schlecht zu ermitteln ist.

Steiber, N.: Strong or weak handgrip? Normative reference values for the German population across the life course stratified by sex, age, and body height. PLOS ONE. doi:10.1371/journal.pone.0163917, 04.10.2016 (idw Pressemeldung 05.10.2016)
Peterson, M.D. et al.: Low Normalized Grip Strength is a Biomarker for Cardiometabolic Disease and Physical Disabilities Among U.S. and Chinese Adults.  J Gerontol A Biol Sci Med Sci glx031. DOI: doi.org/10.1093/gerona/glx031 (10.03.2017) (link bei www.eurekalert.org 2017)
- Peterson, M.D. et al.: Grip Strength Is Associated with Longitudinal Health Maintenance and Improvement in Adolescents. J Pediat doi.org/10.1016/j.jpeds.2018.07.020 (30.07.2018)  ⇔ link bei www.eurekalert.org 13.08.2018

Die Muskelkraft kann durch Leistungen bei kurzzeitigen sportlichen Übungen (wie Sprinten, Werfen, Kugelstoßen, Weit- und Hochspringen, Gewichtheben, usw.) ermittelt werden. Es leuchtet ein, daß hier einige andere Faktoren den Einfluß der Ernährung überdecken.

Im Prinzip können auch Arbeitsleistungen Hinweise auf den Ernährungs-Zustand geben. Dies wurde bei der Besprechung der Methoden zur Ermittlung der körperlichen Aktivität bereits angesprochen (s. Kap. 3.2.). Damit in Zusammenhang stehen auch Messungen über die Fitness des Körpers, wie z.B. Pulsraten-Messungen nach be-stimmten Belastungen. Auch diese Methoden sind bereits im Rahmen der Erfassung des (allgemeinen) Gesundheitszustandes erwähnt worden (s. Kap. 3.3.).

(körperliche Fitness - Test - MOPER - CHART)
(Harvard Step Test - und Hemoglobin (Anemie)-Beziehung - CHART - Viteria, FE - Iron Deficiency; 1991)
(CHART - Beziehung zwischen  körperlicher Aktivität - Fitness und Gesundheitszustand - Powell, KE, Paffenbarger, RS: Workshop on Epidemiologic and Public Health Aspects of Physical Activity. Public Health Reports 100_118_1985)
(Chart- Components of Physical Fitness - C.J.Caqspersen et al.: Physical Activity, exercise and physical fitness, Publ Health Rep. 100_126_1985)
(CHART - Beziehung Ernährungsstatus und körperlicher Leistungsfähigkeit; Arbeitsleistung; Formeln; Spurr, 1983)
(CHART - Modell - A.Ferro-Luzzi

Hiermit sind die Methoden zur Erfassung des Gesundheits- und Ernährungszustandes abgehandelt; es sind die Methoden der drei Eckpfeiler des physiologischen Regelkreises der Ernährungsepide¬miologie: die Nahrungsaufnahme, der Nahrungsbedarf (Aktivität bzw. Leistungen) und der körperliche Zustand. Dieser biologische Regelmechanismus reagiert auf weitere Reize, d.h. es gibt überlagerte Regelkreise (Abb. 21). Zur Bewertung des eigentlichen "inneren" Kreises, müssen auch die "äußeren" bekannt sein. Man muß auch die entsprechenden Erfassungs-Methoden kennen.

 Schlagwortliste- Körperliche Fitness / Sport-Portal -  http://www.bisp.de/produkte/datenbanken/schlagwortliste.html

Die körperlichen Leistungen von Menschen haben einen "Altersgang" sie nehmen in der Kindheit zu, erreichen ein Maximum und nehmen mit zunehmenden Alter ab (CHART - Wolanski 1979)

Measures of Muscular Strength in U.S. Children and Adolescents, 2012 8 pp. NCHS-Data Brief (PHS) 2014-1209. December 2013. (download)

Population aspects of human working capacity Authors: R J Shephard  Impact factor: 1.06, Cited half life: 10.0, Immediacy index: 0.09  Journal: Annals of Human Biology
Population measurements of human physical working capacity are reviewed. Problems of technique include an appropriate sample size, allowance of sampling bias, selection of an appropriate criterion of working capacity, and standardization of test methodology. The impact of constitution has been studied in terms of overall variance of data, frequencies of genetic markers, and twin sibling studies. Environmental experiments have compared similar races in different environments and vice versa. Athletes have been examined as examples of a combined genotypic and phenotypic response. Adaptations to the environment include adverse climate (extremes of heat, cold, rain and drought), hilly terrain and extreme high altitudes; an enhanced working capacity in hilly districts and circumpolar regions probably reflects vigorous daily activity. Socio-economic determinants of working capacity include nutrition, family size, chronic disease, and daily activity. Population differences in the course of growth and ageing seem to reflect differences of nutrition and daily activity. Population scientists have yet to define clearly the relative importance of phenotypic and genotypic adaptation in the development of working capacity; however, studies arising from the International Biological Programme have made valuable contributions to both test methodology and the understanding of interactions between man and his environment.

Annals of human biology. 7(1):1-28.

ISSN: 0301-4460