Philosophie der Ernährung gibt es bisher nur in Ansätzen, am weitesten – Harald Lemke - Uni Lüneburg – Bereich – Angewandte Kulturwissenschaften / Kulturtheorie“ (früher hier - http://www.uni-lueneburg.de/fb3/kulturtheorie/ -  jetzt - Gastrosophie, Salzburg

Corine Pelluchon: Wovon wir leben. Eine Philosophie der Ernährung und der Umwelt. WBG Academic, Darmstadt, 2020.

Lemke, H.: Ethik des Essens. (2.Aufl) transcript-Verlag, 2016 - (Leseprobe)

Lemke - Ethik-Text (Nachhaltige Esskultur): Beitrag im Heft 10 (2003) - Philosophie der Ernährung, S. 30 Internationaler Arbeitskreis Kulturforschung des Essens (IAKE) - hier sind wesentlche Aspekte genannt, und Literaturquellen, Namen usw. E,U, von Weizsäcker – Erdpolitk / Jean Ziegler – Schweiz – Hunger / Pierre Boridueu / Moore_Lappe / usw
Lemke, H.: Eine konvivale Menschheit? Zur Zukunft einer planetaren Tischgesellschaft. APuZ Nr.1-3/2018
Lemke, H.: Die Wurst als Weltformel.  Philosophie-Magazin 24.08.2021

The Philosophy of Food Project - website -  www.food.unt.edulink - Literaturliste

Erst das Fressen, dann die Moral

Informationen zum Umgang von Philosophen mit (ihrer) Ernährung - Buch - Klaus Ebenhöh und Wolfgang Popp: "Der Philosoph im Topf. Essende Denker - denkende Esser (Residenz-Verlag, Salzburg, 2008) F.Rigotti; Philosophie der Küche(C.H.Beck, 2002)    (Informationssammlung)
F Rigotti Philosophische Diät – Science-Lunch (Schweiz)
So forderte Kant entweder essen oder denken. Doch wie beim Essen ist Abwechslung auch beim Denken erfrischend. (ähnliches auch bei Jochen Hörisch)
Kulinarische Metaphern / essen als Metapher – als Bild (übers Essen hat jeder Erfahrung – Sprichwörter zum Essen) – Sprüchesammlung; bevormunden, entmündigen; Erkenntnishunger; Neu-Gier; Wissens-Durst.
Meditieren bei der Essenszubereitung, bzw. die Analogie: zerlegen (der Lebensmittel, der Gedanken) und zu Neuem zusammenfügen.

Philosophie des Feinschmeckers A Pieper – Feinschmecker-Philosophie – Science-Lunch (Schweiz)
Bill Buford - Küchen-Philosoph - Informationen über ihn

Historie - griechische Symposien – hier viel getrunken und gegessen; dabei ernsthafte geistreiche Unterhaltungen (also nicht ganz im Kant Sinn) – Tischgespräche (Buch – Katalog – zu Symposien – zu Hause) Susannne Pfisterer-Haas u.a.: Kunst der Schale – Kultur des Trinkens. Staatliche Antikensammlung un Glyptothek, Müchen (1990) Buch zur Ausstellung

Lemke, H. (2007) Kritische Theorie der Esskultur. in Iris,D., Jamme, C. Kulturwissenschaften. Konzepte, Theorien, Autoren. München, 2007 (download)
Lemke, H.: Über das Essen. Philosophische Erkundungen. Fink-Verlag, 2014. (Leseprobe)

Paul, St. (Hrsg.): Die Philosophie des Kochens. mairisch 2018

Philosophie-Magazin - Nr.4, 2015 - Themenschwerpunkt: Dossier: Bin ich, was ich esse?
Notizen: Essen bedeutet Vernichtung von Leben - wir essen Pflanzen und Tiere - nicht in Harmonie mit der Natur und den Lebewesen. Das Dilemma - ohne Essen können wir nicht (über)leben.
Bewußtes Essen heute - zu viele Gedanken darüber - verminderter Genuß?
- Besessen vom Essen? von Catherine Newark:  Jedes Urteil über gut und schlecht -  hat Bezug zum Essen - Entscheidung - esse ich vs esse ich nicht / Essen und Moral - Egoismus und Gesellschaft
Brecht" Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral."
Essen ist unser Weg mit der Umgebung/Natur in Bezug zu treten / Essen ist das Gegenteil von Skepsis - der Essende zweifelt nicht, er bejaht die Welt, in dem er sie aufnimmt.
Essen als Aneignungsprozeß  (zwischen Mund und After)
Abstimmung mit dem Mund - welche Teile der Welt nehmen wir auf, welche nicht
- Essen wir Fleisch, oder nicht
- Nahrungswahl ist eine souveräne Entscheidung über die Gestaltung des eigenen Lebens
- Metaphysik der Verdauung – Von Cécilia Bognon-Küss (historische Bedeutung der Verdauung - von alten Griechen bis hin zur Neuzeit) - Potential - Metamorphose - von Fremden zum Eigenem -
- Mythische Mahlzeiten – Eine Entschlüsselung zeitgenössischer Ikonen von Ronald Düker
- Steak - Sushi - Spaghetti - Austern - Humus - Bier
- Utopien gehen durch den Magen – Die Revolution beginnt am Esstisch! Von Nils Markwardt
- Gesellschaftsanschauung - "Revolution" - begleitet von Essensanpassungen - "Zurück zur Natur" - Lebensreform -  Gesellschaftsordnung - "Essensordnung"
Gutes Essen, gutes Leben? Dialog mit Sarah Wiener und Harald Lemke

Lemke, H.: Die Wurstigkeit der Wahrheit.  Philosophie Magazin 12.07.2017 "Als Philosoph der leiblichen Erfahrung hat Nietzsche nicht nur über die „große Gesundheit“ und Vernunft des Leibes nachgedacht, sondern sich auch für Ernährung interessiert. Seine fröhliche Wissenschaft führte zu einem Experiment in Vegetarismus, vor allem aber zu einer tiefen Erkenntnis: Alle Wahrheit ist im Kern wie eine Wurst. ... Um Nietzsches visionäre Gastro-Philosophie kulturgeschichtlich richtig einordnen zu können, ist es hilfreich, sich den historischen Kontext seines Denkens zu vergegenwärtigen. Zu dem Zeitpunkt, als er sich die Notwendigkeit einer „Philosophie der Ernährung“ bewusst macht, hatte der gastrosophische Diskurs der Neuzeit bereits einige Entwicklungen durchlaufen. Initiiert durch den neuzeitlichen Epikureismus einiger Renaissance-Humanisten (Platina, Erasmus, Ficino, Montaigne), popularisiert durch die sogenannte Geschmacksdebatte der Aufklärungsbewegung (Gracian, Hume, Voltaire, Kant, Brillat-Savarin, Vaerst) und schließlich differenziert durch politische Kritik an der vorherrschenden Esskultur (Rousseau, Rumohr, Anthus, Fourier), hatte sich eine philosophische Reflexion über die menschliche Essistenz zu formieren begonnen.  Diese Entwicklung brachte schließlich Feuerbachs materialistische Anthropologie hervor, der wir bis heute einen der Hauptsätze des gastrosophischen Denkens verdanken: „Der Mensch ist, was er isst.“  ....   Also fragt er sich in seiner Fröhlichen Wissenschaft: „Kennt man die moralischen Wirkungen der Nahrungsmittel? Gibt es eine Philosophie der Ernährung?“ ...  Kurz und knackig, die Wahrheit ist wie jede Wurst verhüllt und aus raffinierten Bestandteilen zusammengesetzt, ebenso delikat wie degoutant. Je nachdem.  (Wurstologie) ... Dem Grundsatz seiner Lebenskunstlehre treu, dass das eigene Tun und Lassen den Mitmenschen ein Beispiel geben solle, entscheidet sich der Philosoph für das Selbstexperiment, fleischlos glücklich zu sein. Nicht gesundheitliche Gründe allein geben den Ausschlag für den Entschluss zum Vegetariertum, sondern auch eine bedingungslose Tierliebe. Der feinfühlige Nietzsche macht sich klar, dass „die Achtung vor dem Tiere ein den edlen Menschen zierendes Bewusstsein“ sei. ... Sein ethisches Gewissen ist nur von kurzer Dauer..  Das leichtsinnig unterschätzte Zusammenspiel zwischen Körper und Geist, gesundem Menschenverstand und kulinarischer Intelligenz, zwischen Vernunft und Küche ist weit komplizierter. Doch als Akt einer gastrosophischen Selbstbesinnung der Menschheit gilt es diesseits von Gut und Böse zu erkennen: Menschen können essen, um sich geistig und körperlich gesund zu erhalten; sie können aber ebenso an dem, was sie sich einverleiben, zugrunde gehen. "