Lakritze - Süßholzpflanze

Die Süßholzpflanze ist die Arzneipflanze des Jahre 2012 (WWF-22.11.11 Pressemeldung; TRAFFIC-21.11.11-MeldungHamburger Abendblatt - 23.11.2011) Ihr werden Naturheilmittel-Wirkungen zugeschrieben; das Zentrum für Naturheilkunde der Uni Freiburg - hat diese zusammengestellt.

Lakritze (Glycyrrhiza glabra), auch Süßholz genannt, zählt zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Diese Art ist in der Mittelmeerregion und in Westasien beheimatet. Am bekanntesten ist Lakritze als die aus der Pflanze gewonnene, gleichnamige Süßigkeit. Bei der Herstellung werden die Wurzeln extrahiert und eingedickt. Zusätzlich werden Zuckersirup, Mehl und Gelatine zugesetzt, aber auch Stärke, Agar, Anis, Fenchelöl, Pektin. Angeblich hat Lakritz je nach Anbaugebiet einen unterschiedlichen Geschmack. Kenner sollen den Geschmacksunterschied zwischen den in Spanien, Italien, der Türkei und Frankreich angebauten Pflanzen herausschmecken können.

Der deutsche Name Lakritze geht auf das lateinische glycyrrhiza zurück, welches ein Lehnwort aus dem griechischen glykys, „süß“ und rhiza, „Wurzel“ ist. Der lateinische Name hat bereits im Mittellateinischen unter dem Einfluss von liquor („Flüssigkeit“) eine volksetymologische Wandlung zu liquiritia erfahren, woraus unmittelbar die deutsche Bezeichnung entstand. Andere Namen: franz. reglisse; engl –liquorice; ital.regolizia; (alt. Leckerzweig, Bärenkraut, Bärentatze; Bärendreck (Schweiz, Österreich) (aufgrund des Namens des Produzenten Bär, s.u.)
(Quellen: Wikipedia - english liquorice - - französisch - réglisse)

Früher gab es Lakritz nur in schwarzen Streifen, Bänder, Schnecken; heute herrscht Formen- und Farbenvielfalt, wie z.B. die entsprechenden Produkte, z.B. der Firma Haribo zeigen. 
In den Niederlanden und Skandinavien ist Lakritze (nl. drop, dän. lakrids) sehr verbreitet und wird in den verschiedensten Geschmacksrichtungen und Formen angeboten. Hauptsächlich wird zwischen süßem (nl. zoet, dän. sød) und salzigem (nl. zout, dän. salted) Lakritze unterschieden. Vor allem in Skandinavien wird der Lakritze Salmiak beigemischt, welches sehr intensiv im Geschmack ist. Im süddeutschen Sprachraum, in der Schweiz sowie in Österreich wird die süße Lakritze mundartlich oft auch Bärendreck genannt, weil der Ulmer (später Nürnberger) Süßwarenfabrikant Karl Bär auf viele Lakritzarten teilweise europaweite Patente innehatte.

Lakritze wird als Gewürz verwendet. In Tees findet es ebenfalls Verwendung. Es dient zur Dunkelfärbung von englischen Biersorten Porter Stout (liquorice stout). Das schwedische Eis "lakrits" besteht aus Zitroneneis mit kleinen Lakritz-Stückchen. 
In Finnland ist der sogenannte Salmiakki Koskenkorva oder Salmiakki Kossu weitverbreitet. Es ist ein Mischgetränk auf Basis des Koskenkorva Viina (Kossu), eines wodkaähnlichen finnischen Schnapses. Die tiefschwarze Spirituose hat 32 Volumenprozent Alkohol und schmeckt intensiv nach Lakritze. Sie wird, besonders im norddeutschen Sprachraum, auch „Vogelsuppe“ genannt. Auch in Island gibt es Wodka-Mischgetränke mit Lakritzgeschmack. Die dort beliebten Lakritzgummis Opal und Tópas sind beide als pechschwarze, alkoholische Getränke erhältlich und haben einen gewöhnungsbedürftig scharfen und intensiven Geschmack. 
In Deutschland ist vor allem Lakritzlikör verbreitet.

Den Weltrekord im Lakritzeverbrauch halten die Niederländer mit jährlich 2 kg/Jahr. Stark verbreitet ist sein Genuss auch bei Bewohnern der Küstenregionen Frankreichs und in Norditalien sowie in ganz England. In Deutschland werden durchschnittlich 200g/Jahr/Person verbraucht; wo der Verbrauch im Norden deutlich größer ist als im Süden.

Lakritze enthält das Glykosid Glycyrrhizin, das den spezifischen Geschmack hervorruft; und dieser Stoff hat etwa die 50-fache Süßkraft von Rohrzucker. Daneben gibt es weitere andere Glykosiden, sowie mehr als 40 verschiedene Flavonoide; Sterine, Cumarine, Saponine und Aromastoffe. 
Die medizinische Wirkung der Süßholzwurzeln bzw Laktriz war schon in der Antike bekannt. Theophrastos von Eresos, der um 350 v. Chr. lebte, schätzte Lakritze als Heilmittel gegen Husten und als Durstlöscher. Es soll daher zur Standardausrüstung der römischen Soldaten gezählt haben. In Mitteleuropa kennt man Lakritze als Heilmittel seit dem Mittelalter. In der chinesischen Medizin ist die chinesische Lakritze (G. inflata, eine verwandte Süßholz-Art) nach wie vor ein Standardheilmittel. Es wird dort als Tonikum für das Herz eingesetzt sowie bei Geschwüren, Erkältungen und Hautunreinheiten verwendet.
Süßholzwurzel ist schleimlösend, so wird es bei Husten und andere Erkrankungen der oberen Atemwege. Es hat antibakterielle und antimykotische Wirkung; und wahrscheinlich auch entzündungshemmend und krampflösend. Im ostasiatischen Raum wird es bei der Behandlung der chronischen Hepatitis und der Leberzirrhose genutzt, sowie bei Hepatitis A und C, Herpes zeigt es antivirale Wirkung
In der Kombination mit Ammoniumchlorid und Anisöl wird Süßholzwurzelextrakt zu Salmiakpastillen (schleimlösende Wirkung) verarbeitet. Mit Senna und Fenchel gemischt soll es ein mildes Abführmittel sein.

Das Risiko von exzessivem Lakritzgenuss ist Bluthochdruck. Es gibt noch keine gesetzlichen Höchstgrenzen für Glycyrrhizin, das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt dennoch vor übermäßigem Lakritzgenuss (1.2.1999 - Link). Lakritzprodukte, die mehr als 200 Milligramm Glycyrrhizin pro 100 Gramm Lakritze enthalten, müssen in Deutschland als Starklakritz gekennzeichnet sein.
- Schwangere sollten sich bei Lakritzkonsum zurückhalten. dpa-Meldung 05.12.2016 z.B. Focus , Rhein-Zeitung -
Räikkönen, K. et al.: Maternal licorice consumption during pregnancy and pubertal, cognitive and psychiatric outcomes in children. American Journal of Epidemiology. DOI: link bei www.eurekalert.org 03.02.2017
- Licorice is a hot trend in hot flashes, but could interact with medications.  Science Daily 21.08.2017 -

Informationssammlung:

Der Süßholz-Trend aus dem Norden (dpa-Meldung "Lakritz im Burger" z.B. in Rhein-Zeitung 23.02.2015) - Website des Laktritz-Festivals, Stockholm

Katzer-Website zu Süßholz.

Aid-Presse-News (16.7.13) - Süßholz - auch gegen Husten
Nichts spaltet Deutschland mehr als Lakritz.  Wirtschafts-Woche 08.04.2015
Lakritze - Lebensmittel besser als ihr Ruf - Die Welt - 21.07.2014

Lakritze würzt und kann auch heilen (Die Welt 30.7.2009)

Fach-Tagung der DGE-Baden-Württemberg 2009  ( www.dge-bw.de ) + ( Informationen des MLR-BW - zu Zucker+Süßwaren - Süßstoffe / Schokoladen / Gummibärchen / Marzipan / Speiseeis / Lakritz / Fruchtzucker

AID-Pressemeldung - Ausgabe Nr. 36/09 vom 02.09.2009 Das kleine Schwarze: Lakritze ist nicht Jedermanns Sache 
Die Zeit Nr.52 (2011) S.37 - Infografik "Wie Lakritz Europa erobert"
Schwangere sollten besser keine Lakritze naschen (Die Welt - 15.10.2009)

Lakritzplanet  (privater Blog von Christian Kaufmann - Rottweil)

Süßholz - Gemälde Gewürzhändler
Buch - Chemische Delikatessen - Kap. Laktritze

Lakritz. Die schwarze Leidenschaft. Thorbecke-Verlag, 2010
Lakritzgeschäft Kado  - www.kado.de 

- Ulf Meyer/Martin Wind: Licorice and Beer, Laika Records  2018 

Lakritz bzw. Süßholz auf Briefmarken sind dokumentiert.