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05/20/16

Atmen - Luft holen und ausscheiden

Ein Mensch atmet täglich etwa 23.000-mal und bewegt dabei rund zwölfeinhalb Kubikmeter Luft (x 365 x Lebensjahre). Das Organ dafür ist die Lunge. Es wird eingeatmet (Luft holen)- die Lunge wird mit Luft gefüllt, dem Körper wird Sauerstoff zugeführt. Es wird ausgeatmet - die Lunge stößt Luft aus, CO2 wird ausgeschieden. Dieser zyklische Vorgang wird als Atmung bezeichnet, der Mensch atmet. Atem und Atmung  werden im alltäglichen Sprachgebrauch häufig synonym verwendet.
Die Atmung dient der Energieversorgung - die Lebensmittel werden mit Sauerstoff "verbrannt", das entstehende Kohlendioxid wird ausgeschieden. Sauerstoff ist der wichtigste Nährstoff für Menschen. Ohne "Luft" kein Leben. (Sauerstoffversorgung - Unterwasser (Taucher), Luftfahrt, Astronauten)
Noch ist Luft im Wesentlichen ein Allgemeingut.
Zunehmende Umweltverschmutzung der Luft -  Recht auf saubere Luft -
Beginn von Privatisierung der Luft Canadische Firma www.vitalyair.com  - verkauft reine Luft aus den Rocky Mountains nach China (link zu www.discovery.com  - 17.12.2015)
Mintel-Trend-Studie 2017 (link 17.11.2016) - u.a. Produkte, die vor Luftverschmutzung schützen.

Atem ist ein Symbol fürs Leben - atemlos - - bis zum letzen Atemzug.

Alle Hochkulturen kannten die Bedeutung des Atems. So stehen im antiken Griechenland die Begriffe Pneuma und Odem sowohl für den Atem als auch für den Geist und die Seele als Wortbedeutung.
In der indischen Philosophie sehen viele Formen des Yoga und spirituelle Pfade bis heute den Atem als Mittler in der einen oder anderen Weise.
Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden verschiedene Methoden, den Atem therapeutisch und pädagogisch durch eine Atemtherapie zu nutzen.
Auch in der ägyptischen Kultur zur Zeit der Pharaonen wurde dem Atem besondere Bedeutung beigemessen. So bedeutet zum Beispiel der Name der Göttin Selket „die atmen lässt“. Gemeint war hier ihre besondere Bedeutung bei der Heilung - speziell von giftigen Skorpion­stichen.

- wikipedia - engl breathing -

SWR2 Wort zum Tag "Gott-Atmen" - 18.05.2016, 7,57 - Dietmar Bader, Freiburg/Br.
Navid Kermani: „Zwischen Koran und Kafka“, Kap. Gott-Atmen
Allen Glaubens- und Gottesvorstellungen voraus ist für Kermani der Atem „die grundlegende religiöse Erfahrung, die wir bestreiten oder anerkennen können“. Und er zitiert Goethe aus dem „West-östlichen Divan“: Im Atemholen sind zweierlei Gnaden: Die Luft einziehn, sich ihrer entladen. Jenes bedrängt, dieses erfrischt; So wunderbar ist das Leben gemischt. Du danke Gott, wenn er dich preßt, Und dank‘ ihm, wenn er dich wieder entläßt. Auch wenn der Atem rein physiologisch erklärt werden kann, vermag doch – so Kermani – „nichts so sehr wie der Atem selbst das nüchternste Gemüt erschüttern.“
Mindestens der erste Atemzug bei der Geburt eines Kindes und beim Sterben eines Menschen der letzte.
In diesem Zusammenhang zitiert Kermani Goethe mit einem Absatz aus Wilhelm Meisters Lehrjahren:
„Wie glücklich war ich, dass tausend kleine Vorgänge zusammen, so gewiß als das Atemholen Zeichen meines Lebens ist, mir bewiesen, dass ich nicht ohne Gott auf der Welt sei! Er war mir nahe, ich war vor ihm. Das ist’s, was ich mit geflissentlicher Vermeidung theologischer Systemsprache mit größter Wahrheit sagen kann.“ . Damit lobt er Gott – wie der Beter des Psalms „Alles was atmet, lobe den Herrn.“ (Ps 150)

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