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05/27/26

Faktencheck - fact-checking

 

Der Faktencheck (von englisch fact-checking) bezeichnet ein journalistisches Konzept, das die Aussage einer oder mehrerer Personen anhand von recherchierbaren und objektiv nachprüfbaren Fakten (Tatsachen) überprüft. Dabei werden wörtliche oder schriftliche Aussagen den recherchierten Fakten gegenübergestellt. Auch in der wissenschaftlichen Analyse von politischen Prozessen werden Faktenchecks vorgenommen. Der Begriff wird auch außerhalb des Journalismus verwendet.

Mit der Zunahme der Politik-Talksendungen im deutschen Fernsehen hat auch die Bedeutung dieser Methode zugenommen. Die Sendung hart aber fair (ARD) war unter Moderator Frank Plasberg die erste deutschsprachige Talkshow, die nach jeder Sendung einen Faktencheck wichtiger Aussagen der Sendung im Netz anbot. Schließlich startete die ARD im April 2017 das „Anti-Fake-News-Portal“ Faktenfinder bei tagesschau.de
Das Team des Faktenchecks von der Deutschen Presse-Agentur überprüft je nach Relevanz oder Emotionalisierung eines Themas Behauptungen aus den Ressorts Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Panorama und weiteren sowie Aussagen zu Großereignissen mit unklarer Quellenlage.  Das Team ist vom International Fakt-Checking Network (IFCN), das zur University of South Florida gehört, nach dessen Qualitäts- und Transparenzstandards zertifiziert.
Das gemeinnützige Recherchenetzwerk Correctiv hat eine eigenständige Faktencheck-Redaktion, die ebenfalls nach den Kriterien des IFCN zertifiziert ist. Die Redaktion wählt Themen nach Aktualität, Relevanz und dem potenziellen Schaden aus, den die Falschmeldung in der Gesellschaft anrichten kann. 
Das German-Austrian Digital Media Observatory (GADMO) ist eine seit November 2022 bestehende Vereinigung von Organisationen, die sich mit Faktenchecks befassen. Das Projekt steht unter der Leitung des Instituts für Journalistik an der TU Dortmund.

Die Washington Post entwickelte dagegen ein ausdifferenziertes „Rating“ und unterteilt den Wahrheitsgehalt von Aussagen in vier Klassen von „einige Dinge nicht richtig dargestellt“ bis zu „komplett falsch und gelogen“. Die „Pinocchio Ratings“ in dieser Zeitung sind einer der bekanntesten Faktenchecks für Politiker und wurden stark von Redakteur Glenn Kessler für die Zeitung entwickelt. Nach der Präsidentschaftswahl 2016 führten viele Medien regelmäßige Faktenchecks ein, die die Aussagen der Administration Trump überprüfen. Die US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) veröffentlicht seit Trumps Wahl unter der Überschrift "Der Blödsinn der Woche" regelmäßig eine Liste von Unwahrheiten der US-Regierung. Der Soziologie-Professor Todd Gitlin wies darauf hin, dass Faktenchecks zwar notwendig seien, aber auch Folgen hätten. „Ein Reporter, der all den Müll und Blödsinn von Trump auf den Wahrheitsgehalt überprüft, ist ein Reporter weniger, der über die Vorgänge im Regierungsapparat berichten kann.“

Mit den sozialen Netzwerken und Suchmaschinen verbreiten sich Falschnachrichten und digitale Desinformation viral. Das gemeinnützige Recherchezentrum Correctiv überprüft irreführende Informationen in den sozialen Netzwerken. Wenn Meldungen im Internet eine große Reichweite erreichen, werden sie einem Faktencheck unterzogen und auf ihre Quellen geprüft und die Quellen der Überprüfung offengelegt.
Seit der COVID-19-Pandemie werden in den sozialen Medien und im Internet Desinformationen zahlreicher. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung überprüft Falschmeldungen auf der Webseite des Ministeriums. 

Faktenchecks sind auch immer wieder Anlass für Kontroversen, besonders im Fall von polarisierenden Themen. Im Juli 2018 übte die Stiftung Neue Verantwortung Kritik an der Methodik des Faktenchecks. Das Konzept gleiche einer „Feuerwehr ohne Wasser“. Kritisiert wird u. a., dass die oft emotionalisierenden Fake News eine wesentlich höhere Reichweite haben als seriöse Informationen der Faktenchecks. Sie behandelten „nur die Symptome von Desinformation, nicht jedoch die Gründe, wegen derer Desinformation überhaupt gestreut wird. Fake News den gesellschaftlichen Nährboden zu entziehen, sollte daher die höhere Priorität haben.“
Joachim Steinhöfel kritisiert die einzigartige Stellung und die Autoritätsanmaßung, die Faktenchecker im Ökosystem des Informations- und Meinungsaustausches einnehmen. Sie sprechen finale Urteile über Wahr oder Unwahr, ohne jede Verantwortung, ohne Rechenschaftspflicht, ohne neutrale Kontrolle, ohne kodifizierte Widerspruchsmöglichkeit, ohne Ombudsmann und ohne Peer Review. Jeder Faktenchecker überwache nur sich selbst.
Der Amerikanist Michael Butter sieht als Funktion von Faktenchecks in erster Linie die Selbstbestätigung der etablierten Medien und ihres Publikums sowie das Othering von Desinformationen und Verschwörungstheorien. Häufig würden Fakten gecheckt, die von Verschwörungstheoretikern selbst kaum wahrgenommen würden, und so deren Sichtbarkeit vergrößert. Zwar würden auch Anhänger von Verschwörungstheorien Faktenchecks rezipieren, allerdings nur als weitere Belege dafür, dass die etablierten Medien von den von ihnen angenommenen geheimen Strippenziehern kontrolliert würden. Komme es zu Fehlern bei Faktenchecks, würden diese von Verschwörungstheoretikern als Beweis für die Richtigkeit ihrer Annahmen gewertet.

Informationen
- wikipedia -  engl. Fact-checking -

Serie "Gerüchtekiller" bei  https://correctiv.org - 
Kutzner, S.: Gerüchtekiller #10: Ist das Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages?  link bei  https://correctiv.org  19.03.2026
Kutzner, S.: Gerüchtekiller #11: Sterben Menschen unweigerlich aus, wenn Bienen aussterben? (Zitat von A.Einstein ist nicht belegt)  link bei https://correctiv.org 22.05.2026

 

(siehe auch Objektivität)

(siehe auch Ernährungs-Mythen

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