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Norm - Durchschnittsmaß, Richtschnur, Forderung; als Regel für das Durchschnittliche (normal, mit der Norm übereinstimmend; Gegensatz: abnorm, anomal) oder als Gesetz für den Willen und das Handeln. Rechtsnormen, Sprachnorm. (Wikipedia)
Soziale Normen 
sind allgemein geltende Vorschriften für menschliches Handeln die sich an Wertvorstellungen orientieren und beabsichtigen, diese in die Wirklichkeit umzusetzen. Sie schaffen Erwartbarkeiten und werden durch Sanktionen abgesichert. 
Normen werden im Zuge der Sozialisation vermittelt (Internalisierung) und stellen situationsbezogene (setting)  Verhaltensregeln dar (Muß, Kann, Soll, Darf).
- Vermittlung findet in Institutionen statt (z.B. Familie, Schule, Kirche...) (Lebenskompetenz lernen)
- Sie erheben den Anspruch auf Allgemeingültigkeit und die Durchsetzung erfolgt mittels sozialer Kontrolle, d.h. Sanktionen verschiedener Art
- Normkonformes Verhalten wird erwartet und vorausgesetzt
- Normen geben Orientierungslinien für Handlungen (Handlungsspielräume) (abschätzbar, erwartbar, kalkulierbar, verlässlich) - geben Sicherheit.
- Normen werden ergänzt durch psychische Determinanten, GewohnheitenBräucheSitte. Diese haben bezug zu Interessenslagen und Machtverhältnissen
- Normen haben ebenso physiologische Rahmen (restraints, Grenzen) - wie Nicht-Fliegen-Können; Alter, Geschlecht, u.a. die Verhaltensmöglichkeiten beschränken
- Normen schaffen Erwartbarkeiten; legen ein typisches Handeln fest, das in Situationen bestimmten Types erfolgen soll; so ist es möglich konsistent zu handeln (Handeln jetzt ist sinnvoll mit früherem oder späterem Handeln verknüpft) und soziale Beziehungen zu knüpfen (Interaktionskontakte mit demselben Partner in vielen Situationen, die eine Einheit darstellen)
- Ermöglichung von Verhaltenserwartungen anderen Menschen gegenüber
- Normen haben nur Sinn, wenn auch Zuwiderhandeln möglich werden; Befolgung einer Norm muß zwar der Regelfall sein; durch Sanktionen abgesichert (Verletzung der Gesetze, Normen - Strafe)
- Normen existieren nur dadurch, daß sie gelten
- Das Kollektiv, an das sich die Sollensvorschriften richten, kennt sie, akzeptiert sie und befolgt sie normalerweise
- Viele Normen richten sich nur an Inhaber bestimmter sozialer Positionen > Rollen-Normen
Tradierung von Normen -  Kenntnis von Normen setzt Kommunikation voraus, d.h. Formen, in denen die Normen mitgeteilt werden
Normenkonflikte:Es gibt unterschiedliche Normensysteme, die jeweils Gesellschaftssystemen zugeordnet sind. Dazu beachten:- Normative Strukturen einer Gesellschaft sind in der Regel nicht ganz einheitlich und durchsystematisiert > Normenkonflikte- Durch widersprüchliche Einzelvorschriften- Durch auf gleicher Ebene konkurrierender Normen - Manche Normenkonflikte werden durch eindeutig geltende Prioritätensetzung entschärft oder gelöst
- Normensysteme verschiedener Gesellschaften unterscheiden sich weniger durch Inhalte als vor allem durch unterschiedliche Prioritätensetzung
Normenwandel: 1. zuerst verschwinden sog. gesellschaftliche Sanktionen, während strafrechtliche noch bestehen bleiben 2. Staat versucht neue Norm durch Strafgesetze durchzusetzen, und die gesellschaftliche Sanktion kommt erst später dazu /- Erklärbar aus tiefgreifenden Wandlungen der Struktur einer Gesellschaft - z.B. durch Umschichtungen mit sozialem Auf-/Abstieg von Gruppen, dadurch Einflußnahme der aufsteigenden Gruppe auf Wertvorstellungen und Normen der gesamten Gesellschaft
Herrschaft und Normen: - im allgemeinen sind die “herrschenden” Normen auch die “Normen der Herrschenden” - Herrschende setzen Normen und diskriminieren andersartige Normen, legen negative Sanktionen fest und verhängen sie
- Regulieren durch Belohnungen für die Erfüllung ihrer Normen soziale Aufstiege
- Befolgung der Normen - aus Angst vor Sanktionen -  Einsicht; setzt voraus, daß verschiedene Normen aufeinander bezogen sind (hierarchisch etc.) - - Internalisierung: äußerer Widerspruch verschwindet und wird zu Selbstverständlichkeit, Gewohnheit oder Tabu
- Tabuisierung: bereits der Gedanke an die Übertretung einer Norm wird verhindert oder falls er doch auftaucht, mit Angst-, Ekel- und Schamgefühlen besetzt 

Normwerte - für Nährstoffzufuhr

Normalverteilung (unter - über)

für Körpergewicht - BMI

Standard - Goldstandard - Benchmark (Zielgröße) - (entweder eher das durchschnittliche, häufigts vorkommende - normale; oder eine Zielgröße - das Ideal)  (Bewertungsproblematik; Verbindung mit Funktionen - Auswertung)  (Abb-Funktions-Matrix)

Die Entscheidung zu den Standards, Normen, Grenzwerten ist in der Regel nicht unumstritten (wg. unterschiedlichen Positionen, Interessen; wg unterschiedlichen "Weltbildern" - Modellen) (s. Objektivität). So gibt es in den wissenschaftlichen Diskussionsprozessen immer wieder Zusammenkünfte mit dem Ziel einvernämliche Beurteilungen zu erreichen (Entscheidungen - Berichte - von Joint Expert Committees >z.B. von WHO+FAO>; Consensus-Conferencen; Evidence-based Leitlinien, ua.)

– wird zu normal – alltäglich, gewohnt – wenig bemerkenswert, wenig Aufmerksamkeit - die Mitte (Schwerpunkt), Mittelmaß (eher abwertend - sieh auch unten)

Normen für Lebensmittel (Güteklassen) ("grade Gurke")
("Sonderlinge", wie "krumme Gurken" - verkaufshemmend; dagegen Aktion - CulinARyMiSfiTS - )
(Foto-Ausstellung "Good Foods - Nahrungsmittel, die nicht der Norm entsprechen" von Bernhard Widmann - link)

Außerhalb der Norm (Normal – Abb34 – EPIDEM)  (Cartoon - in der Welt der Dicken ist der Dünne auffällig)

Selten, ungewohnt, - erregt AufMerkSamkeit – Attention / Auffallen ist wichtig / AIDA - / dazu Info – Kurios / MERK-würdig / leicht zu merken / außergewöhnlich / - andere Perspektive / Zahlen

(Abb72_OLT134M -= Abb35_OLT134) unterschiedliche Verwendung des Begriffs "normal")

Beispiel - Bewertung-Funktionsbeziehung (Chart - Matrix) - Körpergewicht - Über- und Unter /  Mortalität - (als Funktions-Bewertunsgkriterium) - Körpergewicht - (CHART - BMI- all causes Mortality)  (Bray 1992) (Chart: differenzierter zB Raucher) -Mortalität Kleinkinder - Unterernährung (Harvard-Standard%) (Chart - Bairagi, 1982)

"Lob des Mittelmaßes" Markus Reiter – Stuttgarter Zeitung 28.08.2010
Bildungsdebatte – Eliteuniversität – Bestenauswahl, Leuchttürme

Mittelmaß – zu oft schlecht gemacht; „mittelmäßiger Autofahrer“

Mensch / Gehirn will mehr sein / Cordelia Fine „A mind of its own“

Köhlmeier “Abendland" – Prof Candoris (Mathematiker) “Das Genie reißt eine Vermutung auf! Und anschließend kommen die Ameisen, Mittelmaß ist nicht einfach nur ein bisschen weniger, es ist gar nichts¦“

Friedrich Schiller: „Mittelmäßigkeit ist von allen Gegners der schlimmste“
(Mittelmaß = Durchschnitt)

Geniekult – heute Elite (nicht angeboren, sondern erworbene, hart erarbeite Fähigkeit) 

nur die besten erhalten viel Förderung/Geld – Wissenschaft; Sport, Fußball; Kunst; 

TAZ (22.08.2015) Themenschwerpunkt 08/15 (Wikipedia - 08/15- Redewendung)

Aristoteles Nikomachische Ethik; Übermaß ist ein Fehler, Mangel tadelswert; die Mitte aber das Richtige..

Hans-Magnus Enzensberger – „Macht und Mittelmaß“ .. „Die Gesellschaft ist mittelmäßig, ihre Machthaber,… diese Einsicht hat etwas Erlösendes“

Keine Spitze ohne Mittelbau

mittelmäßig heißt nicht ohne Anstrengung; jeder sollte Chancen erhalten, besser zu werden; aber auch bedenken „Grenznutzen“ – jede weitere Steigerung, bedeutet große, teure Anstrengung 

Eliteförderung darf nicht zum Nachteil der Grundbildung führen.

 

Lebensmittelverordnungen – „Realsatire“ – Lachanfall bei Rede über Fleischverordnungs-Änderungs-Anpassungen im Schweizer Parlament (Bündner Fleisch, u.a.) You Tube

Hans-Walter Bosserhoff: Normen für den Verbraucher – Normen für das tägliche Leben  philatelie Dez 2000; S.35-38; Jan 2001; S.34-38; Feb 2001, S.57-61 (3 Teile –Scan – im Archiv) 
(Text illustriert mit philatelistischen Belegen, Briefmarken, Stempel, Ganzsachen usw.)
ehtisch-religiöse Normen – z.B. 10 Gebote / religiöse Werte
Rechtsnormen (Gesetze) 
Technische Normen - 
staatliche Institutionen - zuerst  1901 British Standard Institute
1916 – Nederlands Normalisatie Instituut
DIN - Deutsches Institut für Normung
Elektrizität – Sicherheits-Normen/Standard
Prüf- Sicherheit-, Qualität(Zuverlassigkeits)Normen -  Mindestanforderung an Produkte
Briefformat-Normung
Bauen – technische Baubestimmungen
Rückblick in der 20er Jahre mit dem Beginn einer Normungsserie für die Hauswirtschaft
Marie Elisabeth Lüders (wikipedia)  (BriefmarkeBlock / Dauerserie Frauen)

- Maaz, H.J.:: Das falsche Leben - Ursachen und Folgen unserer normopathischen Gesellschaft C. H. Beck Verlag 2017 -

 – Normenausschuss für die Hauswirtsschaft
Stapelbarkeit des Geschirrs / Konservendosen-Normen / Normen für Herde – Kochplatten – Kochtöpfe / Küchenmöbel-Normen (Einbaugeräte) / Sicherheitsnormen – Gefahrquellen – besonders Kinderunfälle-VermFeidung; Kinderwagen / Spielzeug-Sicherheit 
Verbraucherorganisationen – nach 2.ten Weltkrieg
1957 – Consumers´ Association (England) (wikipedia)
Niederlande – Consumentenbund
Österreich - Verein für Konsumenten Information
Consumer Product Safety Commission (CPSC) – USA
Deutschland – Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände / Verbraucherschutz – vergleichende Warentests / 
Einkaufsgenossenschaften – Konsum; Landfrauen-Verbände
Familienorganisationen, Mieterschutz-Verbände; Mieterbund; 
Consumer Policy Council (COPOLCO)

Bosserhoff, Hans-Walter: Siemens in der Welt zu hause (download) (teil 2) (Teil 3) (Teil 4) (Teil 5) (Teil 6) (Text mit philatelistischen Belegen illustriert)

Frances, Allen: Normal. Gegen die Inflation psychiatischer Diagnosen. DuMont, 2013

Normal - Schwerpunkt Thema des Magazins brandeins - Okt 2013

Gleiche Normen in bestimmten Bevölkerungsgruppen - Typen - Übereinstimmung - Konformität (wikipedia)  (Fotoprojekt: Ari Versluis & Ellie Uettenbroek - Flatlandgallery;  in Wien - 2014 - link)
Cornelia Kopettsch: Die Wiederkehr der Konfirmität   Campus-Verlag, 2013

Christoph Möllers "Die Möglichkeit der Normen" Suhrkamp, 2015 - 

Normen werden zu "Standards" für Konsumwelt - Standardkleidergrößen; S M L XL ... XXXL; ein Modetrend ist der "Normcore". Standardmaße in der Logistik - Standard-Container; Standard-Häuser; Gleichförmigkeit der "Malls", der Flughäfen, usw. ; gleiche gesichtslose Cities.
(Rem Koolhaas - Die Stadt ohne Eigenschaften" (Arch+ 132, 1996) -  NZZ - 20.12.2011 ) 

Freundenthal, B.: 100 Jahre Normenausschuß. DBZ Nr.1/2018, S.29 (scan im Archiv)
Briefmarke-Bundespost (Mi1648): Verband Deutscher Elektrotechnik;
Sonderstempel: 24.05.1967, 1 Berlin 1917-1967 DIN
VR China (Mi4837) ISO
Berlin: Peter Beuth (1781-1853) (MiNr.654)