Die Sozialstruktur

Die Sozialstruktur ist im allgemeinen Sprachgebrauch die Zusammensetzung oder Gliederung einer Bevölkerung (eines Landes, einer Gemeinde usw.) nach Merkmalen, denen man soziale Bedeutung beimisst. (Erhebungsbereich).

Die Sozialstruktur beschreibt die soziale Organisation der Gesellschaft; die Zusammensetzung in Form von Gruppen mit unterschiedlichen Aufgaben, Rechten und Pflichten (Rollen). Statistische Angaben werden für diese Beschreibung eines sozialen Systems benutzt.
Die Sozialstruktur bezeichnet die verhältnismäßig stabilen Beziehungsmuster (sozialen Beziehungen) (sozialen Netze) zwischen den einzelnen Menschen als Handelnden, d. h. als Inhaber von Positionen oder Rollen.
Die Sozialstruktur gemäß der marxistisch-kommunistischen  Gesellschaftslehre stellt die Gliederung einer Gesellschaft nach Klassen, Schichten und Gruppen und ihren gegenseitigen (Produktions)-Verhältnissen.

Die vielen Elemente derSozialstruktur  werden durch die Soziodemographie beschrieben. Dadurch  können wichtige Wirkungszusammenhänge einer Gesellschaft erklärt werden. In diese Strukturen sind die einzelnen Menschen relativ fest und grundlegend in verschiedenen Ebenen eingebunden (Familie-, Arbeits-, Bildung-, Wirtschafts-Strukturen u.v.a.m.).  Die Strukturen können relativ informell sein, aber auch gewollt organisiert (Verbände, Interessenvertretungen, Vereine, Parteien usw).

Die Gruppen sind nicht gleichwertig, sondern  sie sind sozialen Schichten (Klassen)  zu zuordnen. Eine soziale Schicht ist eine Bevölkerungsgruppe, deren Mitglieder gemeinsame Merkmale besitzen (und sich damit von anderen Gruppen unterscheiden); meist als Gradient (Ordinalskala) (z.B. dies ist auch ökonomisch – arm – reich). Die Gemeinsamkeit der Merkmale ist Definitionsaufgabe; es sind nicht absolute Kategorien, sondern stellen Arbeitsdefinition dar.

Soziale Position ist der Platz in der Gesellschaft; Ort auf der sozialen Landkarte; die entsprechenden sozialen Gruppierungen spielen an diesem Ort eine bestimmte soziale Rolle – social role. Das sind die Erwartungen von Handlungen, Verhalten (Norm, Regeln, Rechte und Pflichten ) der  jeweiligen Gruppen(angehörigen. Damit einher geht das Ansehen; bzw. „die Rolle die man im Lebensspiel hat , das Textbuch des „sozialen Dramas/Theaterstück“ beschreibt den soziale Status, den Platz, den man in der Gesellschaft einnimmt. Das kann relativ wertfrei sein; ist aber häufig ein hierarchisches Wertesysteme.

In der historischen Entwicklung gab es klar hierarchische Schichten; Klassen-Gesellschaften (Stände, Kasten, usw.). Ein Entwicklungsziel - die Annäherung (Ausgleich zwischen den "Klassen") (Konvergenz), führte dazu dass die Strukturen auch in Formen von Lebensstil (Nutzung von Technologien; Mobilitäts-, Konsum-, Werte-Muster u.a.) charakterisiert werden (Milieus). Diese eher mittelschichtzentrierte Betrachtung der sozialen Strukturen werden gegenwärtig wieder zurückgedrängt, und die Gesellschaft spaltet sich wieder mehr auf (Divergenz) (hohe Arbeitslosigkeit; HARTZ IV, u.a.) (die Kluft zwishen arm und reichen; herrschenden und abhängingen Strukturen wird größer).

Weitere Informationen bei:

Zentrum für Sozialindikatorenforschung (ZSi) - http://www.gesis.org/das-institut/wissenschaftliche-arbeitsbereiche/dauerbeobachtung-der-gesellschaft/zentrum-fuer-sozialindikatorenforschung/

System Sozialer Indikatoren für die Bundesrepublik Deutschland - http://www.gesis.org/dienstleistungen/daten/soziale-indikatoren/system-sozialer-indikatoren/

Eurostat - Bevölkerung und soziale Bedingungen - http://epp.eurostat.ec.europa.eu/portal/page?_pageid=0,1136184,0_45572592&_dad=portal&_schema=PORTAL

Stat. Bundesamt: Daten-Report 2016 (Download)

Vorlesung Prof.D.Urban - Universität Stuttgart 2004 - SOZIALSTRUKTURANALYSE ONLINE - http://www.uni-stuttgart.de/soz/soziologie/soson/start_prae.htm

Datenreport -2008 Kap. 7

(datenreport 2002)

http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialstruktur

 

Informationssammlung (OLT)

Vorlesung Universität Halle - Prof.Sahner (WS 2003_04)

Talcott Parsons: Sozialstruktur und Persönlichkeitsentwicklung. Psychiatry 21(4) 321-340 (1958)