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Zivilisation im weiteren Sinn beschreibt den historischen Prozess bei dem sich menschliche Gesellschaften Regeln und Normen für das Zusammenleben geben. Aus "Barbaren" und "Naturburschen" werden zivilisierte Bürger, die Lebenskultur erwerben. Diese Entwicklung geht einher damit, dass die ursprünglichen, biologisch festgelegten Verhaltensreaktionen (Affekte; das Tier frisst wenn es Beute hat) zurück gedrängt werden, und das "der Kopf" unser Verhalten steuert. (Prozess der Zivilisation - Norbert Elias). 
(Schiller-Zitat: Es ist der Geist, der sich den Körper baut)
(Wikipedia - engl. - civilization) (wiki - Prozess der Zivilisation - civilizing process)

Darcy Ribeiro (brasilinaischer Anthropologe; Ethnologe - wiki): Der zivilisatorische Prozeß (wiki) (Chart aus Verlagsprospekt Suhrkamp 1983 - Der Weg zur Zukunftsgesellschaft - von Feudalismus - über Sozialismus zu Zuküntigen Gesellschaft)

"Ernährungsbilder" verdeutlichen dies; wir essen nicht mehr vom Hand in den Mund; sondern haben Bestecke und Tischkultur und Mahl-Zeiten. Allerdings ist eine Abkehr von der Zivilisation zu beobachten, wenn gegenwärtige Einhandesser (Informationen Feb 2010 / 2008 /  2001(Bild Essen am Notebook) beobachtet werden, und Nahrungsmittel, wie früher, im gehen verzehrt werden. Es gibt heute praktisch alles "to go" - Essen in (vorbei) Gehen" (bild"-to go")  

Kritik am "Konsumismus" (Privatisierung) =   Entzivilisierung
Lucien Sève: Der Mensch im Kapitalismus. Le Monde diplomatique (11.11.11) (internet) – Die Vermarktung alles Menschlichen ist eine Fehlentwicklung der Zivilisation 
Eva Illou:  Standardgefühle - Wie die Psychologie in den Markt integriert wurde. Le Monde diplomatique (11.11.11) (internet)
 Marktangebote für emotionale Intelligenz - Das gesunde Selbst (Psychologie – Techniken –  Marketing)  

Gedanken zur gesellschaftlichen Selbstzivilisierung im Sinne von  Norbert Elias. ("Gewalt. Eine neue Geschichte der Menschheit, Fischer; 2011 - Steven Pinker - Evolutionspsychologe - Bericht in der TAZ 30.11.2011 - 

Der Wille des Menschen (Fähigkeit mit dem "Kopf" - dem Intellekt - gegen Triebe/Instikte zu handeln) - Schopenhauer-Gedanken; durch das erlebte Leiden, die Nöte, das Wissen um die Endlichkeit - wird der Mensch gefordert über sein Dasein (den Lebenssinn) nachzudenken (sich besinnen)
Willenskraft des Menschen / philosophie-Magazin Juni/Juli 2013 - Titelthema: Schopenhauer - Die Macht des Willens
Arthur Schopenhauer - Die Welt als Wille und Vorstellung (wikipedia)

Claessens, D.: Über den Prozeß der Zivilisation. Ernährungs-Umschau 1964, S.1-3 (Scan im Archiv)
Menschen müssen  adaquate lebenssicherende Verhaltensweisen lernen - Ordnungen in der komplexen Welt - "Kultur" - die Sorge um das Ungewisse - z.B. das Essen - abgelöst - durch Angebot - "Sorge - was soll ich essen" (Ernährungsregeln) - Verfeinerung der Sitten - Bildung
A Gehlen - Hintergrundserfüllung -
- H.Schelsky - künstlicher Mensch (Der Mensch in der wissenschaftlichen Zivilisation - Springer 1961)
N Elias (Zeit der Jäger, Sammler - kurze Handlungsketten - enger Erwartungshorizont