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05/05/18

Hirtentäschel

Hirtentäschel (Capsella), auch Hirtentäschelkraut genannt, bildet eine Pflanzengattung in der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae).
Die Gattung Capsella wurde 1821 durch Friedrich Kasimir Medikus aufgestellt. Der Name leitet sich von lateinisch capsella für „kleine Tasche“ ab. Damit sind die früheren Taschen der Hirten gemeint, welche eine ähnliche Form hatten wie die Schötchen.
Das Verbreitungsgebiet der Gattung Capsella reicht von Europa über den Mittelmeerraum bis Westasien. Einige Arten sind fast weltweit Neophyten.
Es gibt 3-5 Capsella-Arten, eine davon ist das "Gewöhnliche Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris)" Für das viele volkstümliche Namen bekannt sind, wie Taschenkraut, Schneiderbeutel, Löffeli, Herzkraut und Bauernsenf bekannt. Weitere zum Teil auch nur regional gebräuchliche deutschsprachige Trivialnamen sind bzw. waren: Beutelschneiderkraut (Schlesien, Sachsen, Eifel), Beutelschnötterkraut (Thüringen), Blutwurz, Blutkraut (Schlesien, mittelhochdeutsch), Burenschinken (Steding), Crispel (mittelhochdeutsch), Crispeln (mittelhochdeutsch), Dachsenkraut (Schlesien), Daschelkraut, Deschelkraut, Deschenkrut, Gäns-Kröss, Gansecrass (althochdeutsch), Gansecresse (althochdeutsch), Gansekress (althochdeutsch), Geldbeutel (Augsburg), Geldseckali (Bern, St. Gallen), Gensekersse (mittelhochdeutsch), Genskertz (althochdeutsch), Hegalischelm (St. Gallen im Seebezirk), Heinotterblume (Altmark), Hirtenseckel, Hirtentäschle (Augsburg), Hirtentasche (Tübingen), Hirtentäschchen, Klepp (Ostfriesland), Krispele (mittelhochdeutsch), Krispelkraut (mittelhochdeutsch), sülvern Läpels (Schleswig-Holstein), Läpelkäs (Ostfriesland), Lapatekrokt (Siebenbürgen), Münserlkraut (Tirol im Pinzgau), Säcklichrut (St Gallen) Schapschinken (Delmenhorst), Schelmaseckali (St. Gallen am Unterrheintal), Schinken (Steding), Schinkenkraut (Prignitz), Schinkenkrut (Mecklenburg), Schinkensteel (Steding), Seckelabschnyd, Seckelkraut, Speckdent (Jever), Täschelkraut, Täschenkraut (Eifel), Täschlikraut (Bern), Taschekrokt (Siebenbürgen), Taskendeif (Westfalen), Tesselkraut, Vögelikraut (Bern) und Witt Wäs (Altmark).
Das Hirtentäschelkraut ist eine alte Heilpflanze, die in der Naturheilkunde beliebt ist.  Als Heildroge dienen die getrockneten zur Blütezeit gesammelten oberirdischen Pflanzenteile (Bursae pastoris herba).
Inhaltsstoffe sind: Aminosäuren und Proteine (ca. 32 %), Flavonoide (u. a. Kämpferol, Luteolin, Diosmetin, Quercetin, Rutin, Diosmin), Phenolcarbonsäuren, Kalium- und Kalziumsalze, Vitamin C und terpenoide Verbindungen.
Die Droge wird innerlich angewandt zur symptomatischen Behandlung von Menorrhagie und Metrorrhagie und zur lokalen Behandlung bei Nasenbluten. Äußerlich kommt die Droge zur Anwendung bei oberflächlichen, blutenden Hautverletzungen.
Mancherorts wird Hirtentäschelkraut als Wildsalat verwendet. 
"Die ideale Erntezeit für die Blätter des Hirtentäschel ist das Frühjahr vor der Blüte, danach werden die Blätter bitter. Die jungen Blätter haben einen würzig-scharfen Geschmack, der an eine Mischung aus Kresse und Meerrettich erinnert. Nach der Blüte werden die Blätter bitter. Das setzt in Suppen, in Eierspeisen und im Kräuterquark interessante Akzente. Für einen Salat werden die Blätter zu gleichen Teilen mit Feldsalat gemischt. Hinzu kommen klein geschnittene hart gekochte Eier, geröstete Kürbiskerne und ein Dressing aus Olivenöl, Weinessig, Naturjoghurt, Senf, Salz und Pfeffer. Die leichte Schärfe der Kapselfrüchte bringt Pep auf das Butterbrot und dient in Gemüsepfannen als Pfefferersatz. Die kleinen Samen können wie Senf gemahlen und als Gewürz verwendet werden." - Es wurde in den BZfE News (02.05.2018) beschrieben, und diese wurde als dpa-Meldung verbreitet (04.05.2018 z.B. in Rhein-ZeitungEcho Darmstadt)  (googleTrend)

Informationen
- wikipedia - Hirtentäschel - engl Capsella - Gewöhnliches Hirtentäschel -  engl. Capsella bursa-pastoris -

- Hirtentäschel bei www.heilpflanzenkatalog.net 18.03.2014
- Capsella bursa-pastoris bei www.pfaf.org

Es gibt bisher keine Briefmarken zu Capsella.