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07/03/15

Süßdolde - Myrrhenkerbel

Die Süßdolde, auch Myrrhenkerbel genannt (Myrrhis odorata, syn. Scandix odorata) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae).
Die Süßdolde ist eine 60 bis 200 cm große ausdauernde Staude. Sie ist oberwärts ästig verzweigt und duftet stark nach Anis. Die Blätter schlagen sehr früh nach dem Frost im zeitigen Frühjahr aus. Sie sind auffallend groß, gestielt und zwei- bis dreifach gefiedert, sie tragen große Blattscheiden und sind besonders unterseits weich behaart.
Die Frucht ist 15 bis 25 mm lang, fast kahl, nur an der Spitze etwas behaart, sie ist reif dunkelbraun und wie lackiert glänzend, sie hat vorspringende Rippen und einen Schnabel.
Die Pflanze ist ein Frostkeimer. Die Samen sind 2 cm lang und dunkelbraun.
Die Pflanze blüht von Mai bis Juli.
Ursprünglich kommt die Süßdolde in den Alpen (besonders in den Voralpen), den Pyrenäen, Apenninen und auf der westlichen Balkanhalbinsel sowie im Kaukasus vor. Sie ist aber sonst in Europa oft verwildert und eingebürgert, sogar in Chile, sodass sich das ursprüngliche Areal nicht genauer ermitteln lässt. Die Art steigt im Gebirge bis etwa 1900 m auf. Sie kommt meist in Fettwiesen, Weiden, Grasgärten, in Hochstaudenfluren, an Waldrändern, auch in Auenwäldern vor mit einer Vorliebe für kalkhaltigen Untergrund.
Die Blätter sind essbar; sie können vom frühen Frühjahr bis in den Herbst geerntet werden.
Die Samen werden als Gewürz verwendet; sie werden im Herbst geerntet, wenn sie hart geworden sind. Alle Teile der Süßdolde haben einen anisähnlichen, süßen Geschmack. Salate, Saucen und Fischgerichte kann man mit den Blättern würzen. Mit den Früchten werden Kohlgerichte und Gebäck verfeinert. Setzt man die Früchte saurem Kompott zu, kann man die Zuckerzugabe deutlich reduzieren. (Wichtig für Diabetiker)
Aus den Wurzeln kann Gemüse zubereitet werden. Die gekochten Wurzeln sind fein geschnitten, mit einer Essig/Öl-Marinade ein geschmackvoller Salat.
Die Süßdolde ist Bestandteil des Chartreuse und verschiedener Liköre. Die Süßdolde ist eine Gewürz- und Duftpflanze (Anisduft), deshalb wird sie für Potpourris, Duftsträuße, Duftrasen, Dufthecken, Duftgarten verwendet.
Sie ist aber auch blütenökologisch von Bedeutung als Nektarpflanze für Schmetterlinge, Bienen und Hummeln.
Als Heilkraut wird sie in der Volksheilkunde als Blutreinigungsmittel verwendet, weiter auch gegen Husten und Magenschwäche.
Die Pflanze enthält ätherische Öle, hauptsächlich trans-Anethol, Germacren, Caryophyllen, Limonen, Myrcen, Estragol und Flavonoide.

(wikipedia- englisch - Cicely)
- Süßdolde - bei Gernot-Katzer-Gewürzseiten
- Myrrhis - bei USDA- Natural Ressources
- Myrrhis - Plants for a Future
- Myrrhis - bei Practical Plants
 

Süßdolde: Buschige Staude mit Lakritz-Aroma - aid aktuell, 01.07.2015
Wer das süße, lakritzartige Aroma von Anisbonbons mag, sollte die Süßdolde als regelmäßige Zutat in der Küche einführen. Die anspruchslose Gebirgspflanze ist auch unter dem Namen Myrrhenkerbel bekannt und botanisch eng verwandt mit dem gewöhnlichen, einjährigen Kerbel.
Frisch gehackt sind die jungen, farnartigen Blätter und Stängel eine willkommene Zugabe zu Salaten, Quarkspeisen und Dips, im Omelette oder der Suppe.
Die Wurzeln der mindestens einjährigen Süßdolde werden ähnlich wie Möhren gehandhabt: Geschält und zerhackt sind sie ein apartes Würzmittel im Dressing oder der Sauce, gekocht kommen sie als Wurzelgemüse auf den Tisch.
Das meiste Aroma steckt in den unreifen, grünen Samen. Die große Kunst besteht darin, den richtigen Erntezeitpunkt zu erwischen. In zu kleinen Samen ist der Geschmack noch nicht voll ausgereift; zu große Körner werden schnell faserig. Da hilft nur immer wieder Naschen. Wer den Moment verpasst hat, lässt die Samen fertig reifen und zerstößt sie dann. Süßdolde kann all jene Speisen würzen, an die man Anis geben würde. In der pikanten Küche sind Fisch und Meeresfrüchte gute Partner. Sie werden mit Samen gespickt oder mit einer Süßdolden-Sahnesauce gereicht. Noch größer ist das Einsatzfeld bei den Süßspeisen.  Die unreifen Körner sind eine leckere, gesunde Knabberei und knusprige Müsli-Zutat. Pur oder kandiert ersetzen sie auf Eiscreme, Obstsalaten und Cremes das Topping und bringen Biss ins Spiel. In Kombination mit Rhabarber, Johannis- oder Stachelbeeren mildert Süßdolde die Säure und spart zugleich Zucker.
In Obstkuchen sind braune Samen gefragt. Diese finden auch im Brotteig Verwendung. Angesichts der Vielzahl der Doldenblütler ist die Süßdolde nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Das kann nicht passieren, wenn man dem pflegeleichten Busch einen Platz im Garten einräumt. Dort wird er bald von Nahrung suchenden Schmetterlingen, Bienen und Hummeln heimgesucht. (Eva Neumann, www.aid.de)

Bisher - einmal auf Briefmarken - mit Schmetterling -
Monaco - MiNr.1628, 10.05.1984, Papilio alexanor; Myrrhis odorata (Abb)

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