TYPO3 Musterprojekt - Thursday, 12. December 2019
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Die Gesundheitswerte der Lebensmittel

Für die Gesundheit ist eine richtige Ernährung unabdingbar; es sind allerdings nicht einzelne Lebensmittel, die die Gesunderhaltung bzw. die Heilung (Rehabilitation) bewirken, sondern Ernährungsweisen (Ernährungsstile) (Diäten).

Wenn die Ernährungsweise (über einen gewissen Zeitraum hinweg; nicht dem Bedarf des Menschen entspricht, treten Fehlernährungen auf (Methoden zur Festellung des Ernährungs- und Gesundheitszustandes). Zwar stellt Ernährung einen sehr wichtigen Faktorenbereich dar, doch viele weitere Bereiche des Lebensstils (Lebensweise) tragen zur Gesunderhaltung bei.

Lebensmittel (s.Übersicht im Ordner ) enthalten viele Stoffe, die zu Nährstoffen, bioaktiven Stoffen (Aromastoffen) und Nicht-Nährstoffen zählen (s. auch Nährwert). Aus einer Reihe von Überlegungen heraus (den Methoden der Ernährungswissenschaften - von molekularer Wissenschaft bis hin zur Erfahrungswissenschaft - Ernährungsepidemiologie) (wie den Nährstoffgehalten; den üblich Verzehrten Mengen, den Dosis-Wirkungs-Kurven; den Interaktionen <Wechselwirkungen>), den  Ernährungsgewohnheiten usw.) werden Lebensmittel klassifiziert: In empfehlenswerte (Verzehr zu steigern, hoch zu halten) bzw. weniger empfehlenswerte (eher zu meiden, bzw. den Konsum einzuschränken). (Food-Group based-Dietary Recommendations; Ernährungspyramiden).  (giftige Lebensmittel - Infos Bild-Zeitung März 2010)

Es wird von gesunden Lebensmitteln gesprochen, obwohl das eine ungenaue Beschreibung darstellt. Die Grundvoraussetzung für ein gesundes Produkt ist die hygienische Unbedenklichkeit; es sind Lebensmittel mit geringer mikrobielle Belastung und frei von gesundheitgefährdeten Stoffen (toxischen Verunreinigungen; auch natürlicher, biologischer Art; wie z.B. Mutterkorn; Schimmelpilz-Gifte, Mykotoxine). ( = Lebensmittelsicherheit).

In unserer heutigen Zeit ist die Nahrungsenergiezufuhr gesichert (gilt für die Industrieländer), die meisten Menschen verzehren zu viel (Problem des Übergewichts, der Fettsucht = Adipositas). In solchen Lebenssituationen sind kalorien-reiche Lebensmittel unerwünscht; so gelten Fett und Zucker als ungesund.(Versuche der höheren Besteuerung - Whopper-Steuer in Rumänien -1.3.2010 - Infos)

Die Gesundheitswerte der einzelnen Lebensmittel (auch Funktionen der Lebensmittel - funktional food) sind nur schwer vom einzelnen Menschen her "selbst zu erfahren". Menschen erfahren durch "Ernährungskommunikation" (der Medien usw) diese Werte, die zu den Vertrauenseigenschaften zählen.

Es gibt verschiedene Darstellungen und Listen der gesunden (bzw. der ungesunden) Lebensmittel.
- gesündesten Lebensmittel
- dickmachende (Kalorienbomben)
- krebsbegünstigende / krebsvermeidende Lebensmittel

Clark, M.A. et al.: Multiple health and environmental impacts of foods. Proc Nat Acad Sci  doi.org/10.1073/pnas.1906908116 (28.10.2019) ⇔ "Nutritious foods have lower environmental impact than unhealthy foods." ScienceDaily 28.10.2019 + link bei www.eurekalert.org 10.2019

WHO Nährstoff-Profiling (link bei WH0)
(link zu Food Watch)

Dunford, E.M. et al.: A comparison of the healthiness of packaged foods and beverages from 12 countries using the Health Star Rating nutrient profiling system, 2013–2018. Obesity Reviews 1-9 doi.org/10.1111/obr.12879 (22.07.2019) ⇔ "British food crowned the healthiest in major global survey." link bei www.eurekalert.org 20.08.2019

Wissenschaft ermahnt US-Lebensmittelindustrie: Zu viel „ungesund“ in Supermarkt-Lebensmitteln. BZfE News 28.08.2019 ⇒⇒ Baldridge, A.S. et al.: The Healthfulness of the US Packaged Food and Beverage Supply: A Cross-Sectional Study.  Nutrients 11(8), 1704 doi.org/10.3390/nu11081704 (24.07.2019) ⇔ link bei www.eurekalert.org 24.07.2019
Study offers data-driven definition of unhealthy yet pervasive 'hyper-palatable' foods. link bei www.eurekalert.org 05.11.2019

Aus den Erkenntinissen zu den ernährungsabhänigen Erkrankungen (neuerdings auch Ernährungs-assoziierten Erkrankungen) (google Ern.abh - 49.800; Ern-assoz. 54; DGE-Kongreß März 2010  -  www.dge.de/wk47 Thema Ernährungsassoziierte Erkrankungen) gibt es nach diesen Aspekten Untergruppen von Gesundheitswerte:

Herz-Kreislauferkrankungen -  Arteriosklerose; Herzinfarkt; Thrombose; Bluthochdruck (Hypertonie); Störungen des Lipidstoffwechsels (Hypercholesterinämie Hyperlipidämie); Adipositas (Fettsuch)

Krebs (maligne Neubildungen, Tumor,) – weibliche Brust, Lunge; Prostata, Darm, Magen, Gebärmutter, Speiseröhre, Bauchspeicheldrüse; Mundhöhle, Rachen, Kelhkopf; Leber

Karies

Diabetes mellitus

Gicht (zu hohe Harnsäurewerte)

Jodmangel (Struma) (Schilddrüse)

Alkoholbedingte Morbidität und Mortalität

Aminosäure- und KohlenhydratstoffWechselstörungen

Eisenmangelanämie und sonstige Mangelanämien

Alle haben Bezüge zur Ernährung (grob gilt für alle "Zu viel, zu süß, zu fett, zu salzig" <und zu geringe körperliche Akivität>), doch alle haben multifaktorielle Hintergründe (endogene – genetische Faktoren; und viele äußere Faktoren) ("komplexe Modelle"). Bedingt dadurch treten sie meist auch nicht isoliert auf, sondern viele Menschen leiden unter mehreren Erkrankungen (Ko-und Mulitmorbidität); exemplarisch dafür ist das Metabolische Syndrom angeführt - es besteht aus:
Übergewicht (Adipositas) - Abdominelle Fettverteilung, bestimmt durch einen Bauchumfang von über 102 cm bei Männern oder über 88 cm bei Frauen,
Fettstoffwechsel-Störungen - Serumtriglyzeride von über 150 mg/dL, - HDL-Cholesterin von unter 40 mg/dL bei Männern bzw. < 50 mg/dL bei Frauen,
Hypertonie - Bluthochdruck von 135/85 mmHg oder mehr,
Diabetes - Nüchternblutzucker von über 110 mg/dL (oder Vorliegen von Diabetes Typ 2).

Zu allen Aspekten gibt es Bewertungen von Lebensmittel, die Risiko für diese Erkrankungen vermeiden (vulgo - Krankheitsschützer), bzw. die helfen diese Erkrankungen zu heilen (vulgo - zu bekämpfen; Krankheits-Killer; Krebs-Killer).
Die Vermittlung diser Vertrauenseigenschaften zählt zu den Aufgaben der Verbraucher Informationen - Kontrolle - Zulassung von Werbung, health claims - Kennreichen - Labels): Das Kommunikations-Umfeld ist sehr vielfältig und viele Akteure (Interessenvertreter) sind beteiligt.  (Besipiel einerMarketing-Aktion "Chemie"-frei - "Reinheitsgebote")

Zu den zeitgemäßen Aufgaben der Ernährungspolitik gehört "Nutrition Communication" - die Vermittlung der objektiven, richtigen Gesundheitswerte.

EUFIC - Food Today Nr.74 (Nov/Dez 2010) - Bewertung der Nutzen und Risiken von Lebensmitteln - die neue BRAFO-Studie.

Es gibt zu wenig gesunde Lebensmittel. Pressemitteilung der Uni Halle 23.04.2018 ⇒⇒ Bratzke, F. et al.: Marktanalyse potenziell kardioprotektiv wirkender Lebensmittel unter Berücksichtigung von Health und Nutrition Claims. Fokus: Fleischerzeugnisse, Milch- und Eiprodukte. Ernährungsumschau International 65(1): 2-11 DOI: 10.4455/eu.2018.002 (2018)

Grimm, H.-U.: Tödliche Hamburger. Wie die Globalisierung unsere Gesundheit bedroht. Hirzel, Stuttgart, 2010

Durch Anpassung von Rezepturen von Lebensmitteln wird versucht den Gesundheitswert zu erhöhen, z.B. Forschungsarbeiten am MRI Karlsruhe - Reformulierung von Lebensmitteln (Salz, Zucker, Fett).  Pressemitteilung 22.09.2016 - idw-Meldung 26.09.2016

 "NOVA food classification" teilt Lebensmittel in vier Gruppen ein.
(Monteiro, C.A. et al.: A new classification of foods based on the extent and purpose of their processing.  Cad. Saúde Pública, Rio de Janeiro, 26(11):2039-2049, nov, 2010 + Monteiro, C.A. et al.: The UN Decade of Nutrition, the NOVA food classification and the trouble with ultra-processing. Public Health Nutr. 2017 Mar 21:1-13. doi: 10.1017/S1368980017000234.)  (World Nutrition Vol.7, No.1-3, 2016)
(1) unverarbeitete oder wenig verarbeitete Produkte wie frisches Obst und Gemüse sowie Fleisch, Fisch, Eier oder Milch. Aber auch Trockenobst und gefrorenes Gemüse oder Fisch gelten als wenig verarbeitet.
(2) Öl, Mehl, Salz und Zucker.
(3) Verarbeitete Produkte, wie  Käse, Brot, Schinken, Nudeln, aber auch Dosentomaten oder geräucherter Fisch. Sie sind meist verzehrfertig, enthalten aber nur zwei oder drei Zutaten.
(4) Die "ultraverarbeiteten" Lebensmittel. Sie haben mehrere Verarbeitungsschritte durchlaufen, liefern eine ganze Reihe an Zutaten und Zusatzstoffen, die nicht ohne Weiteres als Lebensmittel zu erkennen sind. In diese Kategorie fallen Softdrinks, Süßigkeiten, Fleischprodukte, Backwaren, Eiscreme aber auch Fertiggerichte wie Tiefkühlpizza oder Trockensuppen. ⇒⇒ (K Burger: Wie ungesund sind industrielle Lebensmittel wirklich?  - Spektrum der Wissenschaft 01.11.2017)
(siehe auch Ernährungsökologie + Vollwerternährung)