TYPO3 Musterprojekt - Friday, 13. December 2019
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Außenpolitik = die Summe der auf die Gestaltung ihrer äußeren Beziehungen gerichteten Handlungen und Erklärungen von Staaten und Staatenbündnissen. Außenpolitik erstreckt sich dabei auf unterschiedliche Bereiche wie z. B. Sicherheitspolitik, Außenwirtschaftspolitik oder Auswärtige Kulturpolitik. (wikipedia)

Aussenministerium (wiki)
Deutschland - Ausswärtiges Amt (wiki) - (website)
Österreich - Bundesministerium für europäische und auswärtige - (wiki) - website
Schweiz - Eidgenössissches Department für auswärtige  - (wiki) - website

Botschaften der Länder - (wiki)

Besonderer Teil der Außenpolitik ist die Entwicklungspolitik; damit werden alle politischen Ziele und entsprechende staatliche Programme bezeichnet, die die politische, wirtschaftliche und soziale Situation in unterentwickelten Staaten verbessern sollen. (z.B. auch Verbesserung der Ernährungslage in Entwicklungsländern; "Bekämpfung des Hungers in der Welt":
Die Hintergründe sind ethisch-moralische Vorstellungen, den Wunsch Staatsformen zu verbreiten ("Mission"), die eigene Sicherheit zu gewährleisten und der Wirtschaft neue Absatzmärkte und Ressourcenquellen zu bescheren;
Ziele Verringerung des Entwicklungsrückstands der Entwicklungsländer zu den Industriestaaten  - s. Millenium-Ziele

Die Entwicklungshilfe leistenden Staaten, auch Geberländer genannt, und NGOs versuchen sowohl die elementaren Grundbedürfnisse, wie Nahrung, Unterkunft und medizinische Versorgung zu decken, sowie durch Bildung, infrastrukturelle Maßnahmen und die Etablierung bestimmter gesellschaftlicher Strukturen und Wirtschaftssysteme dauerhaft die Unterentwicklung zu überwinden oder zumindest akute Armut zu bekämpfen. Bestrebungen auf die Einrichtungen einer Demokratie mit möglichst nachhaltiger sozialer Marktwirtschaft. Als Ziel haben sich die Vereinten Nationen 1970 den Anteil von 0,7% des Bruttonationaleinkommens gesetzt, der für die Entwicklungszusammenarbeit verwendet wird. Die tatsächlichen Hilfen liegen bis heute im Durchschnitt weit unter dieser Marke.(wikipedia)

Geschichte der Entwicklungspolitik

Die „vier Dekaden der Entwicklungspolitik“

vor 1960 gab es keine Entwicklungspolitik– es war ein außenpolitisches Instrument  - es wurde die Staaten unterstützt, die als Bündnispartner gehalten wurden, z.B. solche die DDR nicht anerkannten (Hallstein-Doktrin).

In den 1960er war Entwicklungspolitik ein  Instrument der Sicherheitspolitik,  Ziel war Entwicklung durch Wachstum. Die staatlichen Entwicklungshilfe-Organisationen entstanden; wie  Agency for International Development -  www.usaid.gov - (AID; USAID; und entsprechende Ministerien - Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) (www.bmz.bund.de )
Das  Konzept „Entwicklung durch Wachstum“ beruhte auf der Annahme, wenn genügend Kapital da wäre, dann würde dies zur Entwicklung führen;
genügend Wachstum würde ein „Durchsickern“ des Wohlstands (Trickle-Down-Effekt) in rückständige Regionen und tiefere soziale Schichten bewirken;
stärkere Einbindung der Entwicklungsländer in den Weltmarkt würde als Wachstumsmotor wirken; nachholende Industrialisierung fördern. Dazu gabe es  1964 die erste Welthandelskonferenz (UNCTAD); es wurde die Gruppe der 77 gegründet mit dem Ziel, die Position der Entwicklungsländer auf dem Weltmarkt zu verbessern.
1969  belegte der „Pearson-Bericht“ (Lester Pearson) (Weltbank-Archiv) das Scheitern des Konzeptes „Entwicklung durch Wachstum". Das Wachstum, wenn es überhaupt eintrat, förderte vor allem die Oberschicht in den Entwicklungsländern

1970er – Grundbedürfnisstrategie
Ziel: Priorität hat die Befriedigung der Grundbedürfnisse und daraus folgt dann das allgemeine Wachstum.
Grundbedürfnisorientierte Aktionsprogramme wurden gestartet: Nahrung für alle (FAO), Gesundheit für alle (WHO), Bildung für alle (UNESCO- www.unesco.org ), Arbeit für alle (IAO - www.iao.org ). Inhaltlich änderte sich bei diesen Aktionsprogrammen jedoch wenig.
Im März wurde zur Evaluierung der Entwicklungsdekade die Nord-Süd-Kommission eingerichtet. Diese wurde von Willy Brandt geleitet - Brandt-Bericht (Info-Link).

1980er – Das verlorene Jahrzehnt 
Aus den vorherigen Jahren (vor allem Energiekrise der 1970er Jahre) und Wirtschaftskrisen sammelten sich in vielen Entwicklungsländern Schuldenberge an. So wurde diese Zeit für viele Entwicklungsländer ein verlorenes Jahrzehnt. 

ab den 1990ern – Nachhaltige Entwicklung 
Die Idee der nachhaltigen Entwicklung (sustainable development) hatte ihren Durchbruch an der „Rio-Konferenz über Umwelt und Entwicklung“ (1992) ("earth summit"), die die Erkenntnisse des Brundtland-Berichtes (1987) aufgriff und eine so genannte „Agenda 21“ aufstellte. Nachhaltige Entwicklung soll die arme Bevölkerung in die Lage versetzen, eigenständig die eigenen Lebensbedingungen zu verbessern, ohne sich an Standards in anderen Ländern zu messen. Das Prinzip der „Hilfe zur Selbsthilfe“ steht im Vordergrund, und es werden Projekte gefördert, die
- arbeitsintensiv im Sinne der Arbeitsbeschaffung sind und den Effekt haben, dass Beschäftigung und eigenständiges Wirtschaften generiert wird;
- angepasst an die kulturellen, räumlichen und wirtschaftlichen Strukturen sind und
- durch die Beachtung von Ressourcenverbrauch und Umweltverträglichkeit dauerhaft und zukunftsträchtig sind.
Die  55. UN-Generalversammlung („Millennium-Gipfel“) (8.9.2000) beklagte eine verheerende Bilanz: Zu diesem Zeitpunkt lebten über eine Milliarde Menschen in absoluter Armut; mehr als 700 Millionen Menschen hungern und sind unterernährt.  Es wurden die Milliniums-Ziele formuliert.

Jeder Staat hat eigene Ziele der Entwicklungspolitik definiert. Für die Bundesrepublik Deutschland  sind es
- Bekämpfung der Armut
- Frieden sichern
- Entschuldung vorantreiben
- Umwelt und Ressourcen bewahren
- Bildung fördern
- Ernährung sichern
- Menschenrechte wahren, Demokratie fördern
- Gleichberechtigung der Geschlechter
- Leben retten, Gesundheit fördern
- Globalisierung gestalten
- Gute Regierungsführung (Good Governance)

Entwicklungsministerium

Deutschland - BMZ  (wikipedia)  - www.bmz.de

Österreich - Entwicklungshilfeabteilung im Aussenministerium - (link)- www.entwicklung.at

Schweiz - Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (www.eda.admin.ch)  (wiki - Schweizer Entwicklungszusammenarbeit)

United Nations Development Program - www.undp.org

Entwicklungshilfeorganisationen (wiki-Kategorie)  (english)

Deutschland z.B.  www.welthungerhilfe.de

Österreich z.B. - Portal www.eza.at
- Österreichische Forschungsstiftung für internationale Entwicklung  - www.oefse.at

Schweiz z.B. www.swissaid.ch

Docupedia - Geschichte der Entwicklungspolitik