TYPO3 Musterprojekt - Monday, 18. November 2019
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Ernährungssoziologische Betrachtungen zu Gruppen der Senioren

Der letzte Lebensabschnitt, der des Senioren-Seins,  ist am heterogensten. Es gibt "voll"aktive Senioren aber auch todkranke. Die Biographien (CHART) sind gefüllt mit unterschiedlichen Erlebnissen in verschiedenen „LebensWelt-Geschichten".
Die Lebenserwartung (in Deutschland) hat deutlich zugenommen (45/48 Jahre um 1900)  und betrug (2000) 73 bzw. 80 Jahre (m/w) und steigt weiter.  So gibt es in Zukunft immer mehr Alte und damit auch Pflegebedürftige (Stat.Bundesamt 2008). Es nimmt die "Singularisierung" (Singles) und "Feminisierung" bei den Seniorengruppen zu, da Frauen eine höhere Lebenserwartung haben. (Lebenserwartung Österreich)

Mit zunehmenden Alter lassen kontinuierlich die körperlichen und geistigen Funktionen von Menschen nach. Die Rolle in der Gesellschaft verändert sich; z.B. durch das Ausscheiden aus dem Erwerbsleben (Renteneintritt). Die Lebensgestaltungen der Senioren sind vielfältig und werden noch differenzierter. Senioren werden für den "Markt" zunehmend wichtiger (Senioren-Verbrauchertypen). Es ergeben sich Veränderungen im "sozialen Netzwerk". Es gibt die unterschiedlichsten Arten des Ausscheidens aus dem Berufsleben, mit Eingehen von neuen Verpflichtungen, wie z.B. Ehrenämtern, aber auch der weiteren Entpflichtung, die Aufgabe des "freien Lebens" und der Notwendigkeit, der als Abhängigkeit empfundenen Betreuung und Pflege. Es gibt in Deutschland mehr als zwei Million Menschen mit regelmäßigem Pflegebedarf. Die Zahl der Altenheimplätze liegt bei ca. 650.000.

Ein weitere Differenzierung ist die nach dem Einkommen. Es gibt in unserer Gesellschaft vermehrt Arme und Reiche. Weitere Kategorien zur soziologisch-kulturellen Differenzierung der Gruppe der Älteren sollen nur aufgezählt werden, um die Spannbreite anzudeuten: regionale Herkunft und Mobilität, Bildung,  Berufs- und Tätigkeitsgeschichte, (kulturelle) Werte und Einstellungen (Senioren-Typen).

Mit den veränderten sozialen Rollen und den biopsychologischen Konditionen passen sich die Lebensgewohneiten an, das betrifft auch die Ernährung und das Essen. Das Angebot muss Senioren-gerecht sein, spezielle Lebensmittel (food design for elderly) und Essens-Dienste helfen „barrierefrei“ lange selbstständig zu leben. (<media 7454>CHART</media>: Schichtenmodell - Lebensqualität von Senioren, ADA 2005)
 Die Informationen zur Nachfrage nach Lebensmitteln bei Senioren sind an verschieden Stellen zusammengefasst. Ein Hauptpropblem ist das "schiefe Bild", das sich dadurch ergibt, das vor allem die gesunden Alten die Studienteilnehmer sind, von den anderen weiß man wenig. Gesunde Alte haben sehr ähnliche Ernährungsgewohnheiten, wie die älteren Erwachsenen. (OLT218 ) (Österreichischen Ernährungsberichte)

Das traditionelle Mahlzeitenmuster der drei Hauptmahlzeiten (Frühstück, Mittag- und Abendessen) wird "natürlich" vorgefunden. Ältere kochen häufiger und nehmen sich mehr Zeit dafür, und sie haben bessere Kochkenntnisse.  Etwa ein Viertel der älteren (gesunden) Menschen geben an eine spezielle Diät einzuhalten, das sind in erster Linie fettarme Kostformen und Diabetesdiäten.  Essensdienstleistungen werden von diesen Gruppen seltener in  Anspruch genommen (ca 2-3%); ähnlich gering ist der Ausser-Haus-Verzehr (ca 5%).

Zum Ernährungszustand der Senioren gibt es keine umfassenden Informationen für Deutschland. Sowohl beim Bundes-Gesundheitssurvey als auch bei der Nationalen Verzehrsstudie sind nicht alle Gruppen repräsentiert. Eindeutig ist das Bild "geschönt".  Übergewichtigkeit ist bei jüngeren Sneioren häufiger (OLT 218)  (NVS 2008, S.79), im höheren Lebensaltergruppen scheint es dagegen abzunehmen (Österr Ernährungbericht). Die Gültigkeit von BMI-Werten hinsichtlich der gesundheitlichen Relevanz bei Senioren ist unklar.

Am Beispiel der Senioren zeigt sich die „Lückenhaftigkeit“ der Ernährungsforschung in Deutschland. Es gibt kein Institut und keinen Lehrstuhl für die Ernährung der älteren Menschen. Senioren stellen für die Ernährungsepidemilogie prinzipiell eine sehr wichtige Gruppe dar; sie haben sich ein lebenlang ernährt und die Konsquenzen daraus sind zu ermitteln. Senioren sind Träger von "Ernährungsgeschichten" und haben (Lebens-)Erfahrung.

Für die Ernährungsforschung im Bereich Senioren kann die GISELA-Studien (Giessener Senioren Langzeitstudie) herausgestellt werden.  Arbeitsgruppe Prof. Dr. Neuhäuser-Berthold  -   - (Bericht) - 

Wichtig ist auch das beendete EU-Projekt -  SeniorFood - http://www.foodinlaterlife.org  (nicht mehr gültig) (siehe MRI )(Cornelie Pfau)
Neues Projekt mit MRI Beteiligung (Meldung)  - www.do-health.eu

Prof.Dr. Dorothee Volkert - Uni-Nürnberg-Erlangen

Informationsstelle in Giessen  -  http://www.nutrisenior.de /  (diese Seiten sind noch offen, aber werden nicht mehr aktualisiert, "Umzug" zu
- http://www.verbraucherfenster.hessen.de   --- Seiten zu Senioren-Ernährung - http://www.verbraucherfenster.hessen.de/irj/VF_Internet?uid=62233a3c-a9ee-611a-eb6d-f144e9169fcc

Deutsches Zentrum für Alternsforschung, DZFA, Universität Heidelberg - (in 2005 geschlossen) - Netzwerk Alternsforschung - Uni Heidelberghttp://www.dzfa.de

Informationen (Stand 2001)(OLT 218 - 14416 / OLT 218 - 3316)
DGE-Tagung "Ernährung Älterer" Jena, 22.10.1998  (link)

FNAC (USDA) - Resource-List - Older Adults

Weitere Information in (Dimension - MenschSenioren)  

AID  - Ernährung - Senioren

www.geroweb.de

Österreich - Senioren
- www.statistik.at - Bevölkerungsstruktur
bei - www.oege.at - Personengruppe - Senioren
bei Österreichischen Gesundheitsportal - www.gesundheit.gv.atErnährung älterer Menschen