TYPO3 Musterprojekt - Tuesday, 19. November 2019
Druckversion der Seite: 6-8 - Soziale Gerechtigkeit und Ernährung
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(Dienstag - 20.4.2010) (6./7./8. Lehreinheit) (7,50-, 8,50- , 9,50- )
Soziale Gerechtigkeit und Ernährung

(Einordnung - Überblick die Werte der Lebensmittel )

Einleitend: Soziale Determinanten (SES) wirken auf die Gesundheit der Menschen / Michael Marmot - Vorsitzender der WHO Commission on Social Determinants of Health (SCDH) (Infos)
Marmot - Publikation (Lancet)  / Buch /

Entwicklung der Zivilgesellschaft - Grundrechte der Menschen -  UN-Menschenrechts-Charta

gerechte Verteilung in der Mikroebene (Haushalt) - Kinder/Erwachsene / Gender
gerechte Verteilung in der Mesoebene (Gemeinde) (Erwerb)
gerechte Verteilung in der Makroebene - nationaler und internationaler Ebene

Hier jeweils Betrachtung der Ist-Situation, und Beurteilung ist dies sozial gerecht. Wenn nicht, welches Potential der Änderung; Instrumente gibt es.

Lebensmittel dienen auch als soziale Instrumente (Food and Power) (Belohnung, Bestrafung; Anerkennung, Identität, usw.) - dazu gehörend auch "Food as basic right for all" (Nahrungsmittel - als Menschenrecht) - Ordner - Gesellschaftsethik

Beurteilung was ist Soziale Gerechtigkeit Das Essen ist einerseits etwas sehr egoistisches. Es kann nicht geteilt werden. Jeder Körper eignet sich das "Fremde" an - individueller Stoffwechsel (Simmel-Zitat). Kein Mensch ist fähig sich dauerhaft allein genug Essen zu beschaffen. Der Start des Lebens als Säugling ist ein Pflegefall, und es endet wieder mit "Füttern" im Pflegeheim. Die Ernährungssicherheit ist eine gesellschaftliche Leistung - ein sozialer Wert. (Egoismus von Menschen - Spruch  von Siegfried Lenz)

Es gibt auf allen Ebenen der sozialen Systeme (Mikro - Haushalt / Meso - Gemeinde / Makro - Staaten/globale Wirtschaft) Organisationsformen und Regeln, die dazu dienen, dass die Ernährung über Zeit und Raum (gerecht) verteilt werden kann. Innerhalb der Familie gibt es Gewohnheiten, welche (und mit welcher Portion) Speise für Kinder; für Frauen, Schwangere; den Mann (der Ernährer der Familie) usw. zugedacht werden (Bedarfszahlen; dietary goals). Die Verteilung der Lebensmittel (die Speisen) dient  als (Erziehungs)Instrument (als Belohnung / Entzug = Bestrafung).  (Food and Power)

Es gibt Nahrungsmittel-Ausgleich innerhalb der sozialen Netze - (Nahrungsmittelhilfe, food aid) Nahrunsmittelpakete - CARE-Pakete (Briefmarke 1963) - Speisungsaktionen und Nahrungsmittelgeschenke (Almosen) für Obdachlose (häufig kirchliche Organisationsstrukturen - Bahnhofsmission; Vesperkirchen; und andere Träger - Volksküchen; Tafeln, ua. / link) (Gruppen der) Gesellschaften legen fest, wie viel Bedürftige (Arme) für den Lebensunterhalt erhalten. In diesen Sozialhilfen (Regelsätze) sind Ausgaben für Nahrung, Getränke (und Genußmittel Tabak) enthalten (z.Zt. 2010 - Hartz IV- Regelbedarf 359€ im Monat, darunter sind 132,83€ fürs Essen). Festlegung für die Notfälle, welche Mengen (Rationen) von welchen Lebensmitteln die einzelnen Personen erhalten werden (Rationierungsregeln. Lebensmittelmarken, Bezugsscheine u.a.) (Notfallvorsorge)

Die sozialen Werte der Lebensmittel ordnen die Lebensmittel bestimmten Personengruppen zu; z.B. Kinderlebensmittel, die diätetische Lebensmittel; es gibt Benennung von Arme-Leute-Speisen und von Luxus-Lebensmitteln, Lebensmittel für gute Freunde, bei Festen und Feiern; Speisen um zu Repräsentieren, usw.

Das Essen (die Mahlzeit) hat viele soziale Bezüge; das gemeinsame Essen innerhalb der Familie hat seine sozialen Werte (Gemeinsamkeit an einem Tisch - soziale Regeln - <Tisch->Manieren)). Das gemeinsame Essen mit Freunden oder anderen Personen (Zeichen der Gastfreundschaft). Die gemeinsamen Essen ausser Haus, in einer Gastwirtschaft, in der Kantine; die Arbeit- und Geschäftsessen haben soziale Bezüge.

Die Länder (Nationen) tauschen (handeln) mit Agrar- und Lebensmittelprodukten, dafür gibt es  (Welt-Handels-)Vereinbarungen. Analog zur Mikroebene des privaten Haushaltes, gibt es auch auf diesen globalen Makroebenen  Nahrungsmittelhilfen (in Notfällen) und als Gegenteil den Entzug - den Nahrungsmittel-Boykott, wenn der betreffende Staat zu einem "Bösen" geworden ist.

Die sozialen Werte der Lebensmittel betrachten die Arbeitsteilung in den Aufgaben der Nahrungsbeschaffung und - Zubereitung. Wie werden diese von der Gesellschaft anerkannt; wie werden sie entlohnt (gerechter fairer Lohn). Wer muß, wer darf welche Tätigkeiten verrichten.  (Stichworte - Arbeitsbedingungen - für Erntehelfer; Küchenhilfe; Koch; Tellerwäscher).  Wie ist die Arbeitsteilung in der Landwirtschaft, beim Transport, in der Verarbeitung, im Handel, im Goßhaushalt. Wer erledigt welche Aufgaben im privaten Haushalt (Einkauf, Kochen, Grillen, Getränke usw).
Eine zusammenfassende Bewertung in diesem Bereich wird als Sozialverträglichkeit bezeichnet; in diese Bewertung werden soziale Maßstäbe (Informationen) berücksichtigt. Die fairen sozialen Bedingungen in der Produktion von Lebensmitteln (soziale Dimension in der Ernährungsökologie) (Arbeitsbedingungen, gerechte Löhne; faire Preise usw). (Körber - Zukunftsfähige Ernährung)

Diese sozialen Bewertungen der Lebenesmittel zählen zu den Vertrauenseigenschaften. Darüber müssen Verbraucher informiert werden (einfache Signale - Fair Trade Labels)  Bisher gibt es eine verwirrende Vielfalt entsprechender Labels.
Die Bewertung der Produktions-Prozess-Kette nach sozialen Gesichtspunkten ist auch Teil der Technik-Fogen-Abschätzung.

Das Marketing erkennt zunehmend die Bedeutung der sozailen Werte als Zusatz-Nutzen. Beim Anbieter (CSR - Corporate Social Responsability), aber auch beim Verbraucher, das Zeigen des Erwerbs entsprechender Produkte mit sozialen Werten kann dem  Gewissen-Wellness dienen. 

Der soziale Wert der Lebensmittel kann auch das Leben der zukunftigen Generationen beachten, das wird dann als nachhaltiger-ökologischer Wert bezeichnet (dazu passt Anzeige Feb_2010 "Fair liebt Bio" - Chart)

Ergänzende Informationen:

Bei einzelnen Lebensmittel - weitere Informationen (z.B. Fleischwirtschaft - globale Geflügelwirtschaft  ( Dritte-Welt-Länder Problematik) / Fisch - Fair Fisch / (auch bei FairTrade)

Film - We feed the world  /  Sklaverei auf Italienisch (Infos) (Tomatenernte in Italien)  (Tomatenanbau in Spanien)

Gewissenswellness / Problem des Einkaufs nach moralischen Kriterien in eine immer komplexeren Welt ( Ludger Heidbrink) s.u.

Benjamin R Barber: Consumed! Wie der Markt Kinder verführt, Erwachsene infantilisiert und die Demokratie untergräbt – CH Beck, Müchen 2007
Marketing – versucht die kontrollierende Impulse abzubauen "Essensstrukturen" - Essen am Tisch usw; ; Bedürfnisse wie satt sind nicht gut für Konsum; neue Bedürfnisse schaffen,agrresive Werbung (Werbekontrolle notwenidg)  (siehe auch Slogan - Satte hungrig machen

Die sozialen Werte haben eine große Schnittmenge zu kulturellen Werten;  Wirtschaftsethik;  Ethik des Konsums;  Konsumkritik (slow vs fast); "Sein oder Haben"  (Sozialphilosophie)

Institut für Wirtschaftsethik, St Gallen  -  www.iwe.unisg.ch

Ulrich Beck - Diskussion inwieweit haben Konsumenten eine Macht die Richtung der Wirtschaft zu gestalten - bri Kaufentscheidungen ökologische, soziallverträglciche Krieterien wirken zu lassen.

LM-Praxis Nr 02_2007 - SCR-Informationen

Univ.-Prof. Dr. Frank-Martin Belz - Professur für Betriebswirtschaftslehre  Brau- und Lebensmittelindustrie 
Alte Akademie 14
85354 Freising-Weihenstephan
Tel: +49-8161-713279
http://www.sustainability-marketing.com
http://www.food.wi.tum.de/index.php?option=com_content&view=article&id=49&Itemid=60〈=de

Publikation zum NachhaltigerKonsum bei Lebensmittel / Vorlesung - Nachhaltiges Marketing

(AGEV Tagung 2004)

Marketing bestimmt durch Führungsphilosophie - 4Ps - Price, Product, Promotion, Placements (Marketing-Mix); es gibt eine Reihe von negativen Bildern zum Marketimng in der Bevölkerung - der hohe Werbedruck; Werbe-Überdruss; Vermittlung falscher (Schönheits)Ideal - besonders in der Kritik Kinder-Marketing / grosse Portion – „King Size“ (s.o. - B R Bender)
Überlegungen zur Verbesserung des Bildes (des Images); Social Responsability; Nachhaltigkeit - daraus Marketing-Strategien entwickelt.
Neue Bedürfnisse von Zielgruppen (Vollwertköstler, LOHAs, ua) - sozial-ökologische Produkte
CoBranding - Wohlgeschmack und alternativer Anbau - Bio-Pasta  -  www.bernbacher.de
FROSTA – Reiheitsgebot / www.frosta.de / mit Experten: Udo Pollmer- Kritiker)
Strategische Allianzen - Unilever hat sich mit WWF verbündet - wegen "sauberen" ökologischenFischfang - www.msc.org/de - Marine Stewartchip
Neumarkter Lammbräu / Bio-Bier / Lokale Agenda 21 / AOEL / Biosiegel /  http://www.lammsbraeu.de/

Käufer von Bioprodukten - Psychologische Studie weist darauf hin, dass sie sich moralisch entlastet fühlen, und deshalb eher "Sünden" begehen (Infos - März 2010 /  Publikation dazu)