TYPO3 Musterprojekt - Monday, 17. June 2019
Druckversion der Seite: Wirkungsforschung - Evaluationswissenschaften
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Die Wirkungsforschung untersucht interdisziplinär die Folgen des menschlichen Handelns, bes. den Folgen von Technologie und Technik, aber auch von Gesetzesentwürfen, Steueränderungen; politischen Entscheidungen (Arbeitsmarktpolitik, Sozialpolitik, usw.)
Medienwirkungsforschung - Werbewirkungsforschung
Wirkung von Arzneimittel; gesundheitliche Wirkung von Nährstoffen, Lebensmitteln
Folgen-Foschung - Technikfolgen-Abschätzung (technology assessment)

Die Bewertung erfolgt auf verschiedene Aspekte - die ökonomische (Aus)Wirkung; ökologische Auswirkung; Ressourceneinsatz; soziale Wirkung (siehe auch Werte der Lebensmittel)

Beteiligte Wissenchaften sind z.B. Wirtschafts-, die Natur-, Ingenieur-, Rechts-, Sozial- oder Geisteswissenschaften. 

(Aus OLT218 TAB - Kap 5 S.328) Die Wirkungsforschung, also die Evaluierung der Maßnahmen, muss zum wesentlichen Bestandteil der Ernährungsprogramme werden (Public Health Nutrition). Dabei sind geeignete Messinstrumente einzusetzen, die teilweise noch entwickelt werden müssen, und die dann zeigen, ob durch die Maßnahmen der Zielkurs eingehalten wird. Die Informationen können ein Teil der Berichterstattung sein bzw. dazu benutzt werden. Wichtig ist, dass die Informationen und Auswertungen schnell erfolgen (Short cut methods, (bio)markers, usw.), damit das Ernährungsprogramm Konsequenzen daraus ziehen kann, d.h. die Aktivitäten entsprechend angepasst werden. Wirkungsforschung ist ein wesentlicher Aufgabenteil neuer, angewandter Ernährungsforschungsteildisziplinen, nämlich Public Health Nutrittion / Community Nutrition (Conklin 1984, Owen 1999).

Diese an der Praxis orientierte Forschung ist projektbegleitend und am Bedarf orientiert. Die sonst in Forschungsbereichen kontrollierte, „methodische Reaktivität der Messung“ wird hier eher als Methode bewusst aufgenommen. Die wissenschaftlichen Entscheidungshilfen im Verhaltensbereich stellen in gewisser Weise normative Aussagen dar, die aber nicht Hand-lungsanweisungen (oder Rezepte, „Partituren“) vorgeben, sondern Informationen zur Ausge-staltung von Orientierungsrahmen bzw. zur Ziehung von Leitlinien. Diese Ernährungswissenschaft kann nicht „neutral“ und „objektiv“ im absoluten Sinn sein, sondern mischt sich in Entscheidungsprozesse ein, ohne diese zu bestimmen. Es wird zunehmend wichtiger, die Abläufe (Prozesse) im Sinne von „Action Research“ zu begleiten, also Antworten auf „Wie-Fragen" zu finden, anstatt auf „Warum-Fragen". „Wie erreiche ich, dass Verbraucher mehr Gemüse und Obst essen“ ist eine solche, wichtige Forschungsaufgabe; weniger, noch mehr darüber zu wissen, „Warum?“ (Berg 1993).

Ein aktueller, wichtiger Teilbereich stellt die Ermittlung der Kosten der Fehlernährung dar. Das betrifft sowohl die Kosten der ernährungsabhängigen Erkrankungen, als auch die Ver-gleiche der Kosten von verschiedenen Präventionsmaßnahmen (Ernährungsprogrammen) und Therapieformen. Ebenso sollten die Auswirkungen der Erreichung (bzw. des Verfehlens) der Ernährungsziele auf die Wirtschaft, (Kap. 4.2), die Umwelt (Kap. 4.3) und die Bildung (Kap. 4.5) ermittelt werden (Sheils et al. 1999, Johnson 1999).

Wirkung von Informationen in Zeitungen auf das Verbraucherverhalten - ein Beispiel: Weitkamp, E. and Eidsvaag, T. (2014) Agenda building in media coverage of food research. Journalism Practice. pp. 1-16. (link) Aus Inhaltsanalyse von Zeitungen zum Thema Ernährung wurden "Superfoods" ausgewählt, da hier "vielversprechende" Gesundheitswirkungen benannt sind, und mit diesen auch geworben wird (z.B. mit entsprechenden Verpackungstexten - health claims). Es zeigen sich Beziehungen zum Kauf solcher Lebensmittel. Marketingsprache hat auch Einfluss auf Sprache der Wissenschaftler.

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