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Kröger, Erhard (»Ed«) (p, tb, comp, g, fl, ld), * 2.12.1943 Flensburg. Obwohl er zu den interessantesten Posaunisten der deutschen Szene gezählt hatte, wechselte Ed Kröger 1974 für viele Jahre zum Klavier als Hauptinstrument. Sein Stil auf diesem Instrument lässt neben einem prägenden Einfluss von Paul Bley einen hohen Grad an Eigenständigkeit erkennen. Die Arbeit mit eigenen Gruppen charakterisiert er als »Modern Jazz im Sinne von Bop, Neobop oder Hardbop«.

Ed Kröger, der als Kind Klavier, vom sechzehnten Lebensjahr an Posaune gelernt hatte, studierte ab 1965 in Bremen Posaune und begann dort im Harald- Eckstein-Sextett, mit dem er Festivals in Düsseldorf, Frankfurt, Wien und Zürich sowie USA und Kanada besuchte. 1967 gründete Kröger sein eigenes Quartett mit Sigi Busch und Heinrich Hock und wurde beim Amateurfestival in Düsseldorf zum besten Solisten gewählt. Um den Saxophonisten Joe Viera erweitert, konzertierte die Gruppe 1968 u.a. in Österreich, Ungarn und Luxemburg. Daneben arbeitete der Posaunist mit Marion Brown, Steve McCall, Gerd Dudek und Albert Mangelsdorff, besuchte 1968 die Berliner Jazztage mit Han Bennink und Peter Kowald, im folgenden Jahr dasselbe Festival mit Wolfgang Dauner, Eberhard Weber und Albert Mangelsdorff. Kröger, der auch die Posaunenschule »Die Posaune im Jazz« verfasste, begann 1970 nach dem Examen als Orchestermusiker Gitarre und Querflöte zu studieren, legte 1972 das Musiklehrerexamen für diese Instrumente ab und studierte danach Klavier. Daneben wirkte er als Posaunist ab 1969 bei Dauners Radio Jazz Group Stuttgart und an Plattenaufnahmen von Joe Viera (»Essay In Jazz«, 1971) und Sigi Busch (»Age Of Miracles«) mit. 1972 spielte Kröger als Vertreter Deutschlands mit Niels-Henning Ørsted-Pedersen und Daniel Humair in Paris in einem Konzert der Europäischen Rundfunkanstalten. Seit 1973 arbeitet er in verschiedensten musikalischen Konstellationen als Pianist, sowohl mit eigenen Gruppen als auch mit Manfred Schoof, mit dem er für das Goethe-Institut 1974 den Nahen Osten und Asien besucht hat. Hinzu kamen Auftritte und Aufnahmen mit Wolfgang Engstfeld, Christof Lauer, Gerd Dudek (EBU-Konzert 1978), Uli Beckerhoffs Changes (»Home Again«, 1979, »Some More Changes«, 1980) und Wolfgang Lackerschmids Mallet Connection (»Balzwaltz«, 1979). Mit seinem Trio spielte der als Dozent an den Musikhochschulen Hannover und Hamburg sowie bei zahlreichen Workshops tätige Künstler 1978 die LP »Waiting« ein. Mit Changes besuchte Kröger 1980 das Deutsche Jazzforum in Heidelberg

[Kröger, Erhard (»Ed«). DB Sonderband: Jazz-Lexikon, S. 3034

(vgl. JL Bd. 1, S. 706 ff.)]

J.Wölfer: Jazz in Deutschland. Das Lexikon, Hannibal, 2008 S. 194