TYPO3 Musterprojekt - Tuesday, 20. August 2019
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Vertrauen  - das meiste was Menschen an Information erhalten - selbst - und von anderen - ist unvollständig; bzw. nicht vollständig zu nutzen - (Nichtwissen) (Selbsterfahrung ist begrenzt); so ist es notwendig zu vertrauen.
(Wikipedia - Vertrauen)

Essen und Trinken basieren auf Vertrauen (Konsumenten vertrauen den Produzenten (Akteuren der Nahrungskette) ; früher hatten viele Menschen Kenntnisse/Kompetenz – Selbsterzeugung der Nahrung. Mit der Industrialisierung nimmt Distanz – Entfremdung – zur Nahrungsproduktion zu; man muss mehr und mehr vertrauen, was "Fremde"  zum Essen anbieten. (wenn "einmal gelogen" wird - Vertrauensmißbrauch - dann erhöhte Vorsicht, Mißtrauen, Ängste; Vielzahl von negativen Meldungen - Lebensmittelskandale)

(Glaubwürdigkeit der Information bzw der Person - des Kommunikators)
Bei Lebensmittelqualitäten gibt es einige Bereiche, die von Menschen nicht selbst erfahren werden können, sondern hier zählt das Vertrauen, das man richtig informiert wird (zu den Vertrauenseigenschaften - gehören der Gesundheitswert und der ökologische Wert).

(Gegensatz - Mißtrauen - Unglaubwürdigkeit) (man erfährt nicht die Wahrheit, es wird gelogen; u.a.)

Ernährungswissenschaftler (wie alle anderen auch) können immer nur einen winzigen Ausschnitt des Ernährungssystem selbst und "objektiv" beobachten und bewerten (erforschen), die meisten Fachkenntnisse sind gelernte - angelesene Informationen (Fachzeitschriften - Publikationen - Lehrbücher)

So umgibt sich jeder mit "Vertrauenspersonen" - auch Medien denen er vertraut - an die er glaubt
- Zeitschriften und Zeitungen deutlich glaubwürdiger als soziale Netzwerke- COBUS Marktanalysen und Trends. Nov/Dez 2016 -(www.vdz.de )

"Vertrauens-Forschung" - wem vertrauen die Bürger eines Landes; welchen Menschen; welchen Berufsgruppen; welchen Medien

Speziell in der Ernährungsforschung - Verbrauchervertrauen - Consumer Trust

Informationsammlungen dazu

Tanner (HuW-Publikation)

Vertrauen in Berufsgruppen (hier z.B. gegenwärtig Politiker schlecht; hohes Vertrauen haben Feuerwehrleute) (Polizisten zusehends beliebter - Internationale GfK-Studie zum Vertrauen der Bürger in verschiedene Berufsgruppen und Organisationen - http://www.gfk.com/group/press_information/press_releases/006009/index.de.html )

Verbraucher vertrauen Verbraucherberatungsstellen, aber nicht Informationen der Lebensmittelindustrie

(Informationen beim Lebensmitteleinkauf - Kap.7.4.  in der Nationalen Verzehrsstudie II (Datei)

Vertrauenserosion - Thema in WZB Mitteilungen Nr.145 (Sep 2014)

Vertrauen in Marken (brands) - Firmen _ "Trusted Brands"

www.rdtrustedbrands.com

Vertrauen in Labels - Kennzeichen - z.B. Bio-Kennzeichen

Vertrauen in Werbung (Nielsen 2009)
Vertrauen zu Lebensmittelinformationen (Nielsen 2010Charts)

Verbraucher verlieren Vertrauen in den Markt (besonders Finanz- und Lebensmittelbereich) (Studie der Verbrauchertzentralen) (Pressemeldung vom 3.6.13)   (Stuttg Ztg 4.6.13)  (download der Studie)
„Food 2020“-Studie: Deutsche Verbraucher haben wenig Vertrauen in die Qualität von Lebensmitteln (link - www.kpg-blog.de )

Deutsche Verbraucher vertrauen Nahrungsmittel- und Getränkeherstellern mehr, wenn diese in Deutschland produzieren. link bei Mintel, Juni 2017 (ähnlich "alte" IÖS-Studien z.B. OLT140, 1995)

Vertrauen setzt auch einen gewissen Einsatz von Glauben voraus; man glaubt vertrauen zu können. Es ist unmöglich, alles wissen (rational, evidence-based) erklären zu können (Nichtwissen) - dann wäre es Gewissheit. Es gibt anerkannte Glaubensregeln (z.B. die unserer Religionen), aber auch solche, denen wir folgen bzw. die uns beeinflussen, die aber nicht anerkannt sind. Das wird Aberglauben genannt. Dazu können unsere Talismänner (anscheinend gibt es keine Talisfrauen) und die Unglückbringer gezählt werden. Mit falschen Fuß an einem Freitag, dem Dreizehnten, aufstehen und eine schwarze Katze über den Weg laufen sehen; dann hilft nur ein Schornsteinfeger der auf einem Glückschwein reitet, das Glücksklee im Mund hat (nicht die Kondensmilch, sondern das grüne). 

Placebo-Effekt (Glauben an Wirkung)  (Cartoon)

Spezieller Bereich - die Ernährungsmythen - aus der Sicht der Mehrheit (der Norm) - falsche Annahmen über die Wirkungsweise der Ernährung; irrige Ernährungsregeln; Ernährungsmärchen) - (Unterbereich des Ernährungswissens)

- Frevert,Ute: "Vertrauensfrage. Eine Obsession der Moderne  " Beck, 2013 (link) (Rezension - Perlentaucher) (historische Entwicklung)

WZB Mitteilung Nr.135 (März 2012) - Themenschwerpunkt: Vertrauen - Was die Gesellschaft und die Welt zusammenhält.
Glauben und Aberglauben wirken (vielleicht mehr als wissenschaftliche Ernährungsregeln) (genau wie Suggestionen; Placebos, u.a.) auf unser Ernährungsverhalten ein. Im Bereich der Ernährung ist Aberglauben verbreitet; manches wird dann doch bewiesen, anderes bleibt Ernährungslüge. Wissen und (Aber)Glauben verändern sich mit der Zeit; beides wirkt, aber nicht immer.  Richtiges Wissen bedeutet nicht richtig Handeln.Es gibt einige Bücher bzw. Zeitungsartikel, die  uns die Ernährungsmythen erklären bzw. Ernährungslügen entlarven.

Geringes Vertrauen in die Wissenschaft. Ergebnisse des Wissenschaftsbarometer 2017 - link bei www.wissenschaft-im-dialog.de Sep 2017 (download des Berichts) (ref. - Nur jeder zweite Deutsche vertraut der Wissenschaft. Tagesspiegel 07.09.2017)

Vertrauen und Skepsis: Was leitet die Deutschen beim Lebensmitteleinkauf? SGS Germany GmbH, Hamburg, link bei www.sgsgroup.de - 2014 (Allensbach-Umfrage)  (download)
(Einkaufskriterien: Herkunft, Regionalität, Fleisch-, Backwaren-Einkauf; Gütezeichen (Orientierung+Verwirrung), Bier - ungetrübtes Vertrauen; Mann/Frau-Einkaufsverhalten; Nahrungsergänzungsmittel, Lebensmittelkennzeichnung) 77% der Verbraucher sind verunsichert beim Lebensmittel-Einkauf

Garza, C. et al.: Best practices in nutrition science to earn and keep the public's trust. Amer J clin Nutr. 109(1) 225–243 doi.org/10.1093/ajcn/nqy337 (18.01.2019)  (ref. FoodNavigator 13.02.2019)
- genereller Verlust von Vertrauen in die Wissenschaft (Autoritäten), immer weniger Kontrolle der übermittelten Informationen (durch unabhängige Experten)   - rasante Zunahme von unkontrollierten (ungeprüften, falschen, Interesse-geleiteten) Informationen im WWW (soziale Medien) -  Beispiel: Zucker - Verknüpfung Wissenschaft/Marketing (Stakeholder/Lobby)
Conflict of Interests (COIs) - finanzielle Abhängigkeiten; aber auch Weltanschauung/Netzwerke - Interessengruppen - sind zu wenig transparent
unterschiedliche Bedeutung der Information für einzelne gesellschaftliche Gruppen / Abwägen von Vor- und Nachteilen (risk/benefit) - Rigorose Qualitätskontrolle der wissenschaftlichen Studien (objektiv) - Probleme der komplexen Ernährungsmodelle (Bewertung)
- Transparenz der Forschung; Transparenz der Kommunikation ("Sender" - Public Relations) / Transparenz in Entwicklung der Regeln/Empfehlungen/guidelines
- Ungleichheit in der Gesellschaft / Konflikte / arm - reich / verschiedene Empfehlungen
Problem: unterschiedliches Verstehen der Informationen (Kommunikationsmodelle; Empfänger) - Bildung, Kompetenz -
Akzeptanz von differenzierten Empfehlungen vs festen Regeln
 

impact - Zeitschrift der www.zhaw.ch - Nr.24-März 2014 - Dossier Vertrauen (download)

(zu Freitag - 13 und Aberglaube - hier mehr: http://www.welt.de/wissenschaft/weltraum/article3186637/Warum-diesen-Freitag-vermeintlich-Unglueck-droht.html 

http://de.wikipedia.org/wiki/Freitag_der_13. 

http://de.wikipedia.org/wiki/Aberglaube 

Übrigens sollen auch intelligente Männer an Aber glauben; z.B. gibt es die Anekdote das Nils Bohr (Nobelpreis in Physik) über den Eingang seines Gartenhauses ein Hufeisen angebracht hatte; auf eine entsprechende Nachfrage, bestätigte er, dass er nicht daran glaube,aber es soll auch dann helfen, wenn man nicht daran glaubt!"

http://www.nzz.ch/2006/09/02/fe/articleEBXSK.html - http://www.denkforum.at/forum/archive/index.php/t-3252.html  -- http://de.wikipedia.org/wiki/Niels_Bohr 

Bonß, W., Zinn, J.: Erwartbarkeit, Glück und Vertrauen - Zum Wandel biographischer Sicherheitskonstruktionen in der Moderne. Soziale Welt 56(2-3): 183-202 (2005) (im Archiv)

Vertrauenswürdig sind die Personen deren Handeln und Worte übereinstimmen -- Mund wird nicht vom Honig sagen süß, sondern von Honig essen (Link)

Soziale Indikatoren (Society at a glance) - Neueste Publikation April 2011 - (website) - Download Report) (deutsch)
(erscheint alle zwei Jahre; Archiv - 2009; 2007 usw)
(Pressemeldung - Standard, Wien 12.4.2011)
Zeitverwendung; bezahlte + unbezahlte Arbeit; Hausarbeit; Kochen, Kindererziehung; Haushaltseinkommen; Arbeitsloisgkeit, soziale Gerechtigkeit - arm/reich; Sozialhilfe
Gesundheitskosten: Lebenserwartung; Säuglingssterblichkeit; Geburtenrate; Senioren-Betreuung
Bildungausgaben; Bildung, Vertrauen; soziale Kohärenz; Toleranz, Gewalt
Umwelt - Luft, Wasser