Die Lebensmittelkontrolle ist hierarchsich gegliedert;
international - z.B. durch den Codex Alimentarus (FAO)
- innerhalb der Europäischen Union - durch die EFSA.
Innerhalb eines Landes - wie in Deutschland - hat der Staat (Regierung) die   Gesamtverantwortung (Unionsrecht) bei der Lebens- und Futtermittelsicherheit (Ernährungssicherheit)nach außen (EU, EFSA; CODEX) und nach innen. 
Das Unionsrecht überträgt den Unternehmen die Primärverantwortung für sichere Lebens- und Futtermittel. Sie sind verpflichtet, die lebensmittel- und futtermittelrechtlichen Bestimmungen einzuhalten und zu diesem Zweck Eigenkontrollen durchzuführen. Wirksame Eigenkontrollen bilden das Fundament für eine flächendeckende Vorsorge im Verbraucherschutz, weil sich die amtliche Überwachung nach dem Sicherheitskonzept der EU insbesondere auf die „Kontrolle der Eigenkontrolle“ stützt. Die Wirkung des gesundheitlichen Verbraucherschutzes wird damit maßgeblich von zwei Faktoren bestimmt, und zwar der Qualität der unternehmerischen Eigenkontrollen und der Möglichkeit der staatlichen Kontrollbehörden, sich über die Sicherungsmaßnahmen der Unternehmen zu informieren.   
Die Einhaltung lebens- und futtermittelrechtlicher Vorschriften wird durch mehr als 400 amtliche Stellen überwacht, die überwiegend auf kommunaler Ebene angesiedelt sind. 
Aufgrund von immer wiederkehrenden Lebensmittelskandalen und aktuell durch die Dioxin- und EHEC-Fälle im Frühjahr 2011 wurde der Präsident des Bundesrechnungshofes als Bundesbeauftragter für Wirtschaftlichkeit in der Verwaltung (Bundesbeauftragter) (BWV) vom BMELV beauftragt ein  Gutachten zur Organisation des gesundheitlichen Verbraucherschutzes in Deutschland (Schwerpunkt Lebensmittel) zu erstellen, dass seit Nov 2011 verfügbar ist (download)  (Kopie im Archiv).
 Die herausgehobene Anforderungen einer modernen Lebensmittelüberwachung sind
- zunehmend komplexe Rechtsmaterie (international – national; mehr Kontrollaufgaben – mehr Kontaminationen, wissenschaftl. Erkenntnisse usw.),
- massiver Konzentrationstendenzen in der Ernährungswirtschaft und -handel,
- einer gestiegenen Produktvielfalt bei Lebensmitteln, eines erheblichen Preisdrucks bei Lebensmittel, der sich nachteilig auf deren Qualität auswirken kann, etwa durch Massentierhaltung, Verwendung kosten-günstiger Zutaten und Inhaltsstoffe etc., sowie 
- komplexer Herstellungsprozesse und zunehmender Verarbeitungstiefen bei Lebensmitteln.   

Röntgentechnik in der Lebensmittelkontrolle (Fremdkörper, Fischgräten u.a.) EUFIC Food Today 2013_02

Internet-Portal - www.lebensmittelwarnung.de (des BMELV)

Rückrufaktionen der Lebensmittelhersteller (bzw. Lebensmittelhandel) (wikipedia)
- Foodwatch: Rückrufaktionen von Lebensmitteln unzureichend. (Pressemitteilung 24.08.2017) ⇔ dpa-Meldung 24.08.2017 z.B. Rhein-Zeitung und Münchner Merkur. (Download des FoodWatch-Reports)

Der Lebensmittelüberwachung-Bericht des BVL zeigte  eine gute Medien-Resonanz. (GNTZ - 313). (19.10.2009)
Ergebnisse der Lebensmittelüberwachung in 2007: Experten verweisen auf risikoorientierte Probennahme (aid)
 - Nahezu jeder vierte überprüfte Betrieb fiel den Lebensmittelkontrolleuren im Jahr 2007 negativ auf. Mit diesem Fazit eröffnete Dr. Helmut Tschiersky-Schöneburg, Leiter des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) die Pressekonferenz zum Jahresbericht 2007 der Lebensmittelüberwachung. Sie fand am 24. Juli 2008 in Berlin statt. Eine Beanstandung bedeutet nicht automatisch, dass ein gesundheitsgefährdender Mangel vorliegt. Die Lebensmittel in Deutschland seien auf einem hohen Niveau sicher, ergänzte Christof Deckart, Leiter der Abteilung Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, den Bericht. Seit 2003 ist der Anteil der Betriebe, in denen Verstöße gefunden wurden, geringfügig angestiegen. Dies könne daran liegen, dass verstärkt dort kontrolliert werde, wo höhere Risiken bestünden. "Mehr Verstöße kann heißen, dass die Orientierung an Betrieben mit höheren Risiken gelingt", erläuterte Deckart. Von den knapp 1,2 Millionen Betrieben, die Lebensmittel herstellen, bearbeiten oder verkaufen, wurden 562.000 in 2007 kontrolliert. Am häufigsten stellten die Kontrolleure allgemeine Hygienemängel fest. Die betrieblichen Eigenkontrollen wurden bei gut sieben Prozent der überprüften Unternehmen beanstandet. Bei ihren Besuchen in den Betrieben nahmen die Kontrolleure zusätzlich rund 400.000 Lebensmittelproben. Mit 15 Prozent hat sich der Anteil der beanstandeten Proben seit 2002 nicht wesentlich geändert. Die Hälfte dieser Beanstandungen gehen auf Fehler in Kennzeichnung und Aufmachung zurück. Mit 14 Prozent fielen mikrobiologische Verunreinigungen auf, zum Beispiel verdorbene Ware. Jede zehnte beanstandete Probe wies andere Verunreinigungen, wie Schimmelpilzgifte oder Pflanzenschutzmittel, auf. Auch hier betonten die Experten, die hohe Zahl der Funde gehe auf die starke Risikoorientierung bei der Probenziehung zurück. "Verantwortlich für die Sicherheit der erzeugten Lebensmittel sind die Unternehmen selbst", erläuterte Dr. Gerd Fricke, Abteilungsleiter Lebensmittel, Futtermittel und Bedarfsgegenstände im BVL, und verwies damit auf die gesetzlichen Grundlagen der Lebensmittelerzeugung. Es sei Aufgabe der Unternehmen, Risiken zu entdecken und zu beseitigen.   aid, Stephanie Wetzel

- www.onlinehilfe-lebensmittelhygiene.de - (der IHK in Bayern)

Report „Von Maden und Mäusen“, Food Watch (Pressemeldung 12.12.13)  (download): Von Pferdefleisch in Fertigprodukten bis zu Hygienemängeln in Restaurants: Die amtliche Lebensmittelüberwachung in Deutschland kann weder Skandale verhindern noch ihre gesetzliche Aufgabe erfüllen, die Einhaltung des Lebensmittelrechts durchzusetzen

Lebensmittelkontrollen in der Europäischen Union. EUFIC FoodToday No.79 (Okt/Nov 2011)

 Europäische Kommission (2011). Lebensmittelsicherheit – Vom Erzeuger bis zum Verbraucher. (link)

 Europäische Kommission (2007). 50 Years of Food Safety in the European Union. Luxembourg: Office for Official Publications of the European Communities.(Download)

 

 Europäische Kommission (2002). Verordnung (EG) Nr. 178/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 28. Januar 2002 zur Festlegung der allgemeinen Grundsätze und Anforderungen des Lebensmittelrechts, zur Errichtung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit und zur Festlegung von Verfahren zur Lebensmittelsicherheit. (link)

 Europäische Kommission (2009). The Rapid Alert System for Food and Feed (RASFF) - (wikipedia)
Annual Report 2009. (download)
2012 wurden zwischen den EU-Ländern fast 8.800 Warnmeldungen ausgetauscht, davon fast die Hälfte über Produkte, die bereits an den EU-Grenzen zurückgewiesen wurden; viele Beanstandungen aus China (Meldung vom 10.6.13– link).

 Zoonosen (u.a. Salmonellen) in Europa (EFSA Pressemeldung Feb 2010)

Lebensmittelbetrug (Food Fraud) liegt vor, wenn Lebensmittel vorsätzlich in der Absicht auf den Markt gebracht werden, um durch Verbrauchertäuschung einen finanziellen Gewinn zu erzielen. Zu den jüngsten Beispielen gehören die nicht deklarierte Verwendung von Pferdefleisch in Rindfleischprodukten, das Hinzufügen von Melamin zu Milch- und Kindernahrungsprodukten und die Verfälschung von Chilipulver durch Sudan Rot. Bis heute gibt es in der europäischen Gesetzgebung keine klare Definition von „Lebensmittelbetrug“. (EUFIC Dez 2013) (FSA - Food Fraud)
(EU-Parlament: Lebensmittelbetrug weitet sich aus - Spiegel - 15.11.13 )
Die TOP 10 des Lebensmittelbetrugs. BZfE News 08.11.2017 - Nr.1 ist Olivenöl gefolgt von Fisch und Meeresfrüchten, Biolebensmittel, Milch und Milchmischgetränke, Honig und Ahornsirup, Fruchtsäfte und Beeren, Kaffee, Tee und Kräutertees, Wein und Spirituosen, Oliven, Gewürze und Safran. Außerdem werden vor allem über das Internet immer wieder gefälschte Produkte im Bereich der Schlankheitsmittel, Potenzmittel, Nahrungsergänzungsmittel und Kosmetika gehandelt.

Was ist Lebensmittelbetrug. link bei www.bvl.bund.de 

Der Jahresbericht der Lebensmittelüberwachung 2007 ist online abrufbar unter www.bvl.bund.de/lmue .

Jahresbericht der Lebensmittel- und Futtermittelüberwachung 2009 Überwachung von Lebensmitteln, Bedarfsgegenständen, Kosmetika, Trinkwasser und Futtermitteln (in Baden_Württemberg)  http://www.ua-bw.de/pub/beitrag.asp?subid=0&Thema_ID=11&ID=1313&Pdf=No 

http://www.untersuchungsaemter-bw.de/pdf/gjb2009.pdf 

Lebensmittelkontrollen als geheime Kommandosache: Viel zu oft behalten Behörden ihr Wissen über Gammelfleischskandale oder Schmuddelkneipen für sich. Mit der Geheimniskrämerei muss Schluss sein! Die Ergebnisse aller Lebensmittelkontrollen müssen veröffentlicht werden – Dänemarks Smiley-System macht es vor. http://www.foodwatch.de/e10/e26043/   (TAZ 30.04.2009)

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) erfasst seit 2005 Daten zu Lebensmitteln, die an Krankheitsausbrüchen beteiligt waren. Pressemeldung für Daten aus 2008 - Das System dient der zentralen Sammlung von Daten zu Ursachen und epidemiologischen Zusammenhängen bei Lebensmittelinfektionen und -intoxikationen. Es ist aus dem ZEVALI-System (Zentrale Erfassung von Ausbrüchen lebensmittelbedingter Infektionen und Intoxikationen) hervorgegangen und soll die Datenerfassung des Robert Koch-Instituts (RKI) nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) ergänzen. Für dieses Erfassungssystem wurden Fragebögen erarbeitet, die von den für die Lebensmittelüberwachung zuständigen Behörden ausgefüllt und an das BfR übermittelt werden. Mit der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift über die Erfassung, Auswertung und Veröffentlichung von Daten über das Auftreten von Zoonosen und Zoonoseerregern entlang der Lebensmittelkette (AVV Zoonosen Lebensmittelkette), welche am 18. Juli 2008 in Kraft getreten ist, wurde nun auch die notwendige Rechtsgrundlage für das Bundesweite Erfassungssystem für Lebensmittel, die an Krankheitsausbrüchen beteiligt sind, (BELA) geschaffen.  http://www.bfr.bund.de/cm/208/an_krankheitsausbruechen_beteiligte_lebensmittel_in_deutschland_im_jahr_2008.pdf

Lebensmittelbedingte Virusinfektionen - EUFIC Food Today Sep. 2014

Lebensmittelmotten (Wikipedia) (Vorsicht vor Lebensmittelmotten - u.a. in Allgemeine Zeitung 26.08.2014)

Ekel-Alarm! Jede dritte Dönerbude zu dreckig  (Bild 20.10.2009) -   Da vergeht einem der Appetit! Jede dritte von 875 kontrollierten Dönerbuden in Deutschland weist Hygienemängel auf, dazu kommt schlecht geschultes Personal.

The U. S. Food and Drug Administration (FDA) publishes the Food Code, a model that assists food control jurisdictions at all levels of government by providing them with a scientifically sound technical and legal basis for regulating the retail and food service segment of the industry (restaurants and grocery stores and institutions such as nursing homes). Local, state, tribal, and federal regulators use the FDA Food Code as a model to develop or update their own food safety rules and to be consistent with national food regulatory policy. 

In Großbritannien wurde 2014 bei der FSA eine "Food Crime Unit" eingerichtet (link - UK Government) -

Kabarett - Gerhard Polt (CD#2360), RAFAEL SCHMITZ DER POMMFRITZ ISBN: 978-3-906547-50-3  
Auf einem Pappteller an der Imbissbude geben ein Wiener Schnitzel, eine Berliner Bulette, eine traurige Fleischfliege, eine Fettwolke aus der Friteuse, ein weit gereister Virus, die singenden Salmonella Sisters und Rafael Schmitz der Pommfritz ein Stelldichein.Eine ungewöhnliche Talkrunde, lebhaft in Szene gesetzt von Gerhard Polt. (Lebensmittelhygiene) 
http://www.keinundaber.ch/buecher_und_records/records/rafael_schmitz_der_pommfritz/index.html