Das Ziel der Wissenschaft ist die Umwetzung der Erkenntnisse zum Wohl des Menschen; die "Theorien" (die Informationen, die Daten) sollten dazu dienen die Gesellschaft (die Politik) danach auszurichten. Im Bereich der Ernährung ist diese Umsetzung (der Daten für Taten) bisher nur ansatzweise umgessetzt (s. Ernährungspolitik). Die Gesellschaft verfolgt Ziele - wie Erfüllung der Menschenrecht (siehe auch globale Probleme - Millenium-Ziele). Auf der Ebene der Ernährung bestehen die Ziele darin, daß Menschen gesund (Gesundheitsdefinition) und leistungsfähig (volle Funktionen) sind und bleiben. Die dafür notwendigen Mengen an Nährstoffen stellen keine statische Größe dar, sondern ist immer das jeweilige Resultat eines Prozesses; der bei der Konzeption (Empfängnis) beginnt und mit dem Tod endet.
Der Lebensablauf ist genetisch programmiert (genetisches Potential, Genom), doch die Realisierung des genetischen Potential hängt von dem Lebensbedingungen (der Umwelt) ab; in einzelnen Abschnitten (kritischen Phasen) wird der weitere Lebenslauf umprogrammiert; Ernährung hat einen wichtigen Beitrag dazu (Nutrition Programming). Zum Lebenslauf gehören Entwicklungsprozesse am Anfang des Lebens und Alterungsprozesse am Ende, sowie weitere „Lebensereignisse“ (life events), zu deren Bewältigung Ernährung beiträgt.(Abb - Life Cycle - Life Stream) (Lebensstufen - von der Wiege zur Bahre)
Die Datengrundlage dafür ist die Kenntniss davon, wieviel (Nahrungs)Energie und Nährstoffe die (verschiedenen) Menschen benötigen. In viele Studien zu den (Dosis-)Wirkungen der Nährstoffe sind Erkenntnisse zu den Mindestbedarf (untere Grenze, um Mangel zu vermeiden) - den empfohlenen Nähstoffmengen (pro Tag) und den oberen Grenzen (toxische Wirkung der Nährstoffe upper-level). (Dosis-Wirkungskurven-Schema). Die Wechselbeziehungen zwischen den Lebensmittelinhaltsstoffen werden berücksichtigt. Die physiologischen Besonderheiten der einzelnen Lebensabschnitte bauen aufeinander auf. Auch die unterschiedlichen Lebenszustände (z.B. Krankheiten) und Lebensumfelder bedingen Variationen im Bedarf.Das ideale (Ernährungs)Ziel ist die Primärprävention; das Leben und die Lebensumwelt so zu gestalten, dass Menschen „immer“ gesund sind. Dabei ist Ernährung ein essentieller Bereich, doch der gesunde Lebenstill umfasst mehr (Abb. Präventions-Kurve Gesund-Krank-Lebenszeit).
In der Wirklichkeit viele Abweichungenvon der idealen Ernährung nach unten (Mangel) und nach oben (Überernährung, Übergewicht, Toxizität) sind zu beachten.
Basis für die Formulierung der Ernährungsziele ist neben der „objektiven“Kenngrößen (Nährstoffbedarfszahlen) die Ermittlung des Ernährungs- und Gesundheitszustandes einer Bevölkerung (Nutrition Status Survey, Nutition Suveillance).
Global zeigt sich, dass es zwei große Problembbereiche gibt, die Unterernährung (chronischer Nahruingsmangel) und die Überernährung (Adipositas-Pandemie); dazwischen liegt der wichtige Ernährungsprpblembereiche "Nutrition in Transition". Dazu gibt es spezifische Ernährungsprobleme (siehe Kasten OLT 94 - Kasten 13 / Kasten 16 / Abb25).
Bei der Erarbeitung der Ziele ist die Ausgangssituation maßgebend; in der „Überflussgesellschaft“ soll weniger, fettärmer; mehr Lebensmittel mit niedriger Energiedichte, usw. gegessen werden (z.B. "5amTag"-Obst und Gemüse). Die Nahrungsenergiebilanz soll durch mehr körperliche Aktivität (meist in der Freizeit) weiter ins negative gehen. Die Ernährungsziele der „Mangel-Gesellschaften“ sind umgekehrt; positive Energiebilanzen; -hohe Energiedichte; usw.
Die Ernährungsziele müssen dazu noch die Aspekte der Ernährungsgewohnheiten (Ernährungskultur) beachten; die Empfehlungen müssen akzeptable sein. Sie müssen die weiteren Politik bereiche beachten (und dabei kommt es oft zu Zielkonflikten); das sind die Agrar-, Landwirtschafts-Politik; Umweltpolitik, Sozialpolitik, u.a. (link zu Ernährungssicherheit). (link zu Ernährung und Ethik / Human Rights - WB Eide, Olso)
Die Kenntnisse zum Bedarf an den einzelnen Nährstoffen sind die Grundlagen; diese sind für die Ernährungswissenschaftler sehr wichtig (SIMS, 1996), damit entwickeln sie klinisch-diäetetische Therapien; Ernährungsempfehlungen für die Bevölkerung, sie dienen der Aus- und Bewertung von Ernährungserhebungen, der Entwicklung neuer Lebensmittel (funktionelle Lebensmittel); Lebensmittelanreicherungen, Supplementen, Lebensmittelkennzeichung usw.
Hinweise auf Nährstoffbedarfszahlen (Minimum) und sowie Beachtung der oberen Grenzen (upper level)
EURRECA (EURopean micronutrient RECommendations Aligned) - http://www.eurreca.org/everyone
Darstellung von EURECCA Übersicht - RDAs für Mikronährstoffe /
Empfehlungen für Kinder (EuruopaVergleich) Download / - Empfehlungen für Alte / Empfehlungen für Schwangere
Pietrzik - Nährstoffemfpehlungen RDA - RDI; Moderne Ernährung heute - Mai 1999
Upper Safe Intake Level = Tolerable Upper Inatke Level (UL) Infos
EFSA / BfR - Teil 1 / Teil 2 / BGVV/ EU-Richtlinien
In Deutschland - Österreich - Schweiz - D-A-CH - Nährstoffempfehlungen -
DGE -http://www.dge.de/modules.php?name=Content&pa=showpage&pid=3&page=1
Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr - Energie - Wasser - Protein (Eiweiß) - Fette und essentielle Fettsäuren - Vitamin A - β-Carotin - Vitamin B1 (Thiamin) - Vitamin B2 (Riboflavin) - Pantothensäure (Vitamin B5) - Vitamin B6 (Pyridoxin) - Vitamin B12 (Cobalamin) - Niacin - Folsäure - Biotin - Vitamin C - Vitamin D - Vitamin E - Vitamin K - Calcium - Eisen - Kalium - Magnesium - Natrium - Zink - Chrom - Kupfer - Mangan - Molybdän - Selen - Chlorid - Fluorid - Jod - Phosphor
http://de.wikipedia.org/wiki/D-A-CH
Versuche zur integrierten Nährstoff-Bewertung - Ernährungs-Index.
Für die "Nicht-Ernährungswissenschaftler" müssen die Nährstoffdaten in praktische Empfehlugen umgesetzt werden; also Empfehlungen zum Nahrungsverzehr (meist in Lebensmittelgruppen; food group based dietery recommendations). Auch hier zu Hinweise
DGE-Hinweise zu empfohlenen Lebensmittelmengen - Darstellung - DGE-Empfehlung vs tatsächlicher Verzehr)
Diese "Speiseplan"-Richtlinien werden dazu Visualisiert - in Ernährungskreisen und in Ernährungspyramiden
Ernährungspyramide - der Schweiz - www.sge-snn.ch - (link)
Das ganze wird weiter zu einfachen Ernährungsziel-Formulierungen zu "Richtungs-Wegweisern" für die Bevölkerung umgesetzt; das sind z.B. die 10 Regeln der DGE. Diese werden ergänzt durch "Lifestyle"-Ziele, wie vor allem mehr körperliche Aktivitöt, aber auch Stress-Vermeidung, bzw. Meidung von Genußmitteln (Rauchen).
USA - ABC-Regel / Lifestyle-Goals - Healthy People 2010 (Tabelle)
Informationen zu Dietray Recommendations und Guidance (Ernährungsempfehlungen) beim FNIC/USDA - Dietary Guidelines (USA) / RDA´s
-
Neue Revision (31.1.2011) der Dietary Guidelines (document) in den USA (Summary)
Internationall www.5aday.org / www.5amTag.de
Hinweise und Link zu "Nutrition Policy" (und den dort formulierten Ernährungszielen
WHO Europe – Food and Halth in Europe – Summary 2003 - http://www.euro.who.int/nutrition/Publications/NutPolicyWHO
WHO Europe: Food Policy in Europe (Reviews, Congress)
P. James: Health and Quality of Life in Europe – The Challenge of the European Food System (Keynote Lecture)
European Commission - Nutrition and Phyisical Activity Plan / Kommentierung auch CIAA
Norwegen - in Europa erster Action Plan mit Nutrition and Physical Actiity (INFO) (siehe auch Wissenschaftsgesellschaft _ ISNBPA
Nutrition and Human Rights – Arne Oshaug / Wenche Barth Eide – Norwegen – Oslo
Informationen zur Problematik der Empfehlungen OLT 218 Kap 2 / OLT 106
Weitere Infos - http://www.was-wir-essen.de/gesund/3546_3556.cfm -
http://www.was-wir-essen.de/gesund/empfehlungen_aid_pyramide.phphttp:
www.dge.de/modules.php?name=St&file=vw_et
USA - http://www.mypyramid.gov/ -- http://www.health.gov/dietaryguidelines/
Zur Geschichte der Dietary Goals (OLT 94 - K25)
Publikation - England 1944- Nutrient Requirement + "Translating into Food"
AGEV-Tagung - Ernährungsziele / Spiekermann Geschichte
Geschichte der Ernährungs und Gesundheitsziele
„Schachtafeln der Gesundheit“ – Präventive Medizin, Körpervorstellungen und Ernährung
Dorothee Rippmann / siehe auch Science Lunch
Abb – Schachtafeln / Elementenlehre
Die Ernährungsziele haben ebenso eine indiiduelle (subjektive) Ebene (aus verschiedenen Gründen - Ernährungsverhalten) geben sich Menschen Ziele vor, die sie erreichen möchten. Eine wesentliche Bezugsebene ist die Gesundheit und das Wohlbefinden (und dabei die Ratschläge, Vorschriften, Therapien - der Ärzte, professionellen berater), aber auch die Informationen (Ratschläge die aus dem sozialen Netzwerk kommen - von der Familie, Partnern, Freundesgruppe; und auch soziale Druck - "Modediktat"; einschließlich - den global-nationalen Ernährungszielen)
Bereiche für individuelle Ernährungsziele - eindeutig #1 - Verringerung des Körpergewichts (Reduktions-Diäten; Abnehmen) - Bezug zur Umwelt- Kommunikation - Anleitungen aus Büchern, Zeitschriften; Experten - Ärzte - Ernährungsberater; elektronische Hilfen - Internet-Abnehme-Coaches.
Dietary Goals der Schweden Environmentally effective food choices
- 2009 (in der EU-Präsidentschaft) sind der EU-insgesamt zu "sehr gegen Agrar-Lobby" (Download)
RDA aus Schweden (Download)
http://www.slv.se/en-gb/Group1/Food-and-Nutrition/Recommendations/
Europäische Kommission (2009). Reformulating food products for health: context and key issues for moving forward in Europe. Brüssel, Belgien. Verfügbar unter http://ec.europa.eu/health/nutrition_physical_activity/docs/ev20090714_wp_en.pdf
Lebensmittelorientierte Ernährungsleitlinien (FBDG - food based dietary guidelines) (EUFIC Sonder-Nr.1 Juni 2011) - EU_Kompetenznetzwerk EURRECA (EURopean micronutrient RECommendations Aligned) es wird von ILSI Europe (International Life Sciences Institute, Zweigstelle Europa) koordiniert.
Literatur Summary Report EFSA Scientific Colloquium 5, 2122 March 2006, Parma, Italy. Verfügbar
Brown KA et al. A review of consumer awareness, understanding and use of food based dietary guidelines. Br J Nutr. Published online 9 March 2011. doi:10.1017/S0007114511000250.
Contento IR et al. (1995). The effectiveness of nutrition education and implications for nutrition education policy, programs and research: a review of research. J Nutr Educ 27(6):279-418.