Europa Ernährungspolitik

(Bereich Umwelt - Länder - Europa )

Weißbuch - Ernährung, Übergewicht, Adipositas - Eine Strategei für Europa; EU-KOM2007_279
- Eurobarometer Ernährung und Gesundheit -

- WHO (Europe): European Food and Nutrition Action Plan 2015-2020 (download)
- WHO Europe First Action Plan 2004 (406p)

Food Policy Comparisons - siehe "Start Ordner"

WHO Europe - Wien Declaration (4.7.13) - link (ORF - 4.7.13)

App zur Krebsvorsorge und eine Datenbank für Lebensmittelzutaten: EU-Kommission startet Kampagne zu Gesundheit und Ernährung. EU-Pressemitteilung 24.09.2021

#ErnährungswendeAnpacken link bei www.pan-int.org   - Strategie-Papier: Chancen nutzen, Resilienz schaffen:  Empfehlungen des Bündnisses für eine Ernährungsstrategie / Die Europäische Kommission bereitet zurzeit eine Rahmenverordnung für nachhaltige Ernährungssysteme vor. Dazu hat die Initiative #ErnährungswendeAnpacken! ein Positions- und Forderungspapier veröffentlicht. Lebensmittel-Praxis 15.06.2023

"Opportunities and challenges for research on food and nutrition security and agriculture in Europe" Report of European Academies' Science Advisory Council (www.EASAC.eu ) (Press Release 05.12.2017) (download) ⇔  link bei www.eurekalert.org 05.12.2017 (Ernährungsziele; weniger Fleisch, weniger Abfälle)

Milio, N., Helsing, E.: European Food and Nutrition Policies in Action. WHO Reg.Publ. European Ser. No.73, Copenhagen, 1998 (download)
Becker, W., Helsing, E.: Food and Health Data: Their use in Nutrition Policy-Making. WHO Reg.Publ. Europ. Ser. No.34, Copenhagen, 1991 (download)

Nachhaltiges Ernährungssystem: Europäische Umweltagentur mahnt transformativere EU-Politik an. idw-Pressemitteilung am 03.05.2023 von www.ioew.de  (link)
Bericht der Europäischen Umweltagentur (EEA) „Transforming Europe's food system – Assessing the EU policy mix“. (download)

OECD-Berichte

Verbesserte Strategie zur Förderung gesunder Ernährung in Europa -

www.eatwellproject.eu

(Informationen EUFIC - Nr.69 Okt 2009)

Schlechte Ernährung ist ein gewichtiges Problem und eine der größten Herausforderungen für die öffentliche Gesundheit des 21. Jahrhunderts. Um diesen Trend umzukehren, sind viele Kampagnen zur Förderung von gesunder Ernährung und körperlicher Bewegung durchgeführt worden. Aber – haben diese die gewünschte Wirkung erzielt? Falls nicht, was kann in Zukunft besser gemacht werden? Antworten auf diese Fragen zu finden, ist Aufgabe des von der Europäischen Union geförderten Projekts EATWELL.

Ungesunde Ernährung in Europa

Übergewicht und Fettleibigkeit sind die am deutlichsten sichtbaren Auswirkungen falscher Ernährung, jedoch spielt auch die Essensqualität eine Rolle: Die westlichen Gesellschaften nehmen zu wenig Obst, Gemüse und Omega-3-Fettsäuren zu sich, hingegen zuviel gesättigte und Trans-Fettsäuren sowie Salz und Zucker.

In Europa sind 30-80% der Erwachsenen von Übergewicht (BMI zwischen 25-29,9) betroffen, und der Anteil an fettleibigen Menschen (BMI = 30) steigt drastisch an. In manchen Ländern (z.B. Italien, Spanien) ist bereits jede vierte Person adipös.1 Besonders alarmierend ist der Trend zur Fettleibigkeit bei jungen Menschen: etwa 20% der Kinder und Jugendlichen sind bereits übergewichtig, ein Drittel davon sogar fettleibig. (2)

Adipositas beeinflusst die Lebensqualität erwiesenermassen negativ, indem sie die Empfänglichkeit für andere chronische Erkrankungen (z.B. Herzerkrankungen und Diabetes mellitus Typ 2) erhöht und potenziell lebens-verkürzend ist. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Fettleibigkeit in verschiedenen Regionen Europas für 10-13% der Todesfälle und 2-8% der Kosten des öffentlichen Gesundheitswesens verantwortlich.3 Zusätzlich führt der übermäßige Konsum an Salz, Zucker und gesättigten Fettsäuren sowie der mangelnde Verzehr von Obst und Gemüse jährlich allein in Großbritannien zu fast 70 000 vorzeitigen Todesfällen.4 Schlechte Ernährung wirkt sich jedoch nicht nur negativ auf die Gesundheit der Europäer aus, sondern erhöht zudem die volkswirtschaftliche Belastung aufgrund von Fehlzeiten am Arbeitsplatz, höheren Versicherungskosten und verstärkter Abhängigkeit von Gesundheitsdiensten. Als Reaktion auf diese Entwicklung haben die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) eine Vielfalt an nationalen Interventionsprogrammen zur Förderung verstärkter körperlicher Aktivität und gesunder Ernährung aufgelegt; dazu zählen Initiativen für höheren Obst- und Gemüsekonsum, Lebensmittelkennzeichnung sowie Richtlinien für gesündere Mahlzeiten an Schulen und in den Kantinen des öffentlichen Sektors. Bisher wurden solche Interventionsprogramme jedoch nur selten systematisch ausgewertet.

Das EATWELL-Projekt

Das EATWELL-Projekt, mit vollem Namen „Interventionen zur Förderung gesunder Essgewohnheiten: Beurteilung und Empfehlungen” ist ein auf 3,5 Jahre (April 2009 bis Oktober 2012) ausgelegtes, multizentrisches Projekt, das von der Europäischen Kommission gefördert wird. Ziel ist, Best-Practice-Richtlinien zu erarbeiten, auf deren Basis die EU-Mitgliedstaaten entsprechende Interventionsstrategien zur Förderung von gesunder Ernährung entwickeln können.

Das Projekt vereint neun Konsortialpartner, einschließlich führender europäischer Universitäten, Institute, Non-Profit-Organisationen und Vertreter aus Lebensmittelindustrie und Kommunikationsagenturen. Diese Partnerschaft bündelt sich ergänzende Expertisen in den Bereichen Konsumentenverhalten, Ernährung, Volkswirtschaft, Kommunikation und Gesundheitspolitik.

Was die Vergangenheit lehrt

EATWELL wird zunächst auf Ernährung und Essgewohnheiten ausgerichtete Interventionsprogrammen und zugehörige Auswertungen erfassen. In die Studie mit einfließen wird außerdem eine Vielzahl an Sekundärdaten, die in EU-Mitgliedstaaten und anderen europäischen Ländern vorhanden sind und eine Fülle von Informationen zu Aspekten der gesunden Ernährung enthalten, jedoch bislang nicht ausreichend genutzt wurden. Dies wird dem EATWELL-Team einen Überblick über alle bisher durchgeführten Kampagnen liefern und dazu beitragen, Schwachstellen aufzuzeigen und jene Faktoren zu definieren, die über Erfolg oder Misserfolg solcher Programme entscheiden.

Manche Interventionsprogramme kommen möglicherweise besser an als andere, und verschiedene Bevölkerungsgruppen können unterschiedliche Einstellungen haben zu gesunder Ernährung und der Rolle von Kampagnen, die die persönliche Lebensmittelwahl beeinflussen wollen. In der zweiten Phase wird EATWELL länderübergreifend die öffentliche Akzeptanz für alternative Interventionen vergleichen; der Schwerpunkt soll dabei auf Unter-gruppen der Bevölkerung liegen (z.B. Eltern im Vergleich zu Erwachsenen ohne Kinder, Gruppen mit unterschiedlichem Bildungsstand, etc.). Auch die Akzeptanz vonseiten anderer Interessengruppen einschliesslich Herstellern, Einzelhändlern und Nichtregierungsorganisationen wird durch EATWELL näher beleuchtet werden.

Der private Sektor verfügt über beträchtliche Erfahrungen mit Instrumenten, die die Lebensmittelwahl der Verbraucher beeinflussen sollen. Insofern wird EATWELL besonderes Augenmerk auf diese Erfahrungen richten und überprüfen, inwieweit sich das Wissen auf öffentliche Interventions-programme zur Förderung gesunder Ernährung anwenden lässt.

Die Wirkung von Interventionsprogrammen

Sobald die Kampagnen identifiziert sind und die Methodik der Bewertung festgelegt ist, werden sowohl der Einfluss dieser Programme auf die Gesundheit und Lebensqualität der Verbraucher als auch die Kosten und Einsparungen für die Gesellschaft beurteilt werden, um die Rentabilität solcher Kampagnen abzuschätzen. In die Gesamtbeurteilung werden auch die Ergebnisse bezüglich der Akzeptanz durch die Allgemeinheit einfließen.

Verbesserung zukünftiger Programme zur Förderung von gesunder Ernährung

Basierend auf dieser Analyse werden die Konsortialpartner eine Reihe von Verbraucherverhaltensmodellen entwickeln, Methoden zur Bewertung von Interventionen vereinheitlichen und Empfehlungen für die Beurteilung zukünftiger Interventionsprogramme aussprechen. Best-Practice-Leitlinien werden für EU-Mitgliedstaaten bzw. auf gesamteuropäischem Niveau geeignete und akzeptable Massnahmen aufzeigen, und wie diese auf einzelne Kulturen übertragbar sind.

 Literatur

1. Berghöfer A et al. (2008). Obesity prevalence from a European perspective: a systematic review. BMC Public Health 8:200.

2. WHO Europe (2007). The challenge of obesity in the WHO European Region and the strategies for response. Verfügbar unter (auf Englisch): http://www.euro.who.int/document/E90711.pdf

3. WHO Europe website. Obesity section. Verfügbar unter (auf Englisch): http://www.euro.who.int/obesity

4. UK Cabinet Office Strategy Unit (2008). Food Matters: Towards a strategy for the 21st Century. Verfügbar unter (auf Englisch): http://www.cabinetoffice.gov.uk/media/cabinetoffice/strategy/assets/food/food_matters1.pdf

 

Das Projekt INPROFOOD zielt darauf ab, die Forschung in Europa zu verbessern, und zwar durch die Förderung einer Entwicklung gesellschaftlicher Konzepte für das Engagement von unten nach oben. (EUFIC - Dez 2013) ( Inprofood-Website)

EU Actionplan on Childhood Obesity 2014-2020 (24.02.2014)  - (download)
u.a. EU-Projekt "Joint Action on Nutrition and Physical Activity – JANPA " - www.janpa.eu  mit Beteiligung der DGE (link)