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12/22/20

Getränke(verbund)karton

Ein Getränkekarton – technisch korrekt Getränkeverbundkarton – ist eine Einwegverpackung aus Verbundstoffen für Getränke und flüssige Nahrungsmittel. Er besteht aus kunststofflaminiertem Karton, der je nach Einsatzzweck auf der Innenseite beschichtet wird. Dabei kommt Polyethylen, Aluminium oder EVOH zum Einsatz. Der Karton verleiht dem Verbundstoff Form und Stabilität. Die innere Beschichtung und – falls vorhanden – die Aluminiumzwischenschicht sorgen für den Schutz des Füllgutes. Die äußere Beschichtung schützt den Karton vor Durchnässung und erhöht die Barriereeigenschaften des Verbundes.

Schon 1915 patentierte John van Wormer in den USA einen Getränkekarton, 1930 wurde schon Milch in Kartons abgefüllt. Ebenfalls 1930 ließ sich Günter Meyer-Jagenberg seine Perga-Packung als „Wasserdichtes Papiergefäß mit Faltverschluss und Vorrichtung zu seiner Herstellung“ patentieren und dürfte damit nicht das erste Patent auf einen Giebelkarton sein. Später wurden das Öffnungskonzept der Getränkekartons von abzuschneidenden "Giebeln" zu Plastik-Drehverschlüssen verbessert. Bis dahin war die Öffnung der Giebel umständlich und erzeugte potentiell unhygienische und tropfende Ausgüsse. Eine verbesserte Verbraucherakzeptanz dadurch für den Getränkekarton wird angenommen.

Der Getränkekarton besitzt in Konkurrenz mit anderen Verpackungen die folgenden Vor- und Nachteile:

Vorteile:

  • Der Getränkekarton ist für Licht und Sauerstoff (wenn mit Alufolie) undurchlässig. Dadurch wird die Zerstörung bestimmter Vitamine verlangsamt.
  • Er ist leichter als Glasflaschen.
  • Getränkekartons beanspruchen weniger Volumen im Vergleich zu Flaschen, die in Kästen gestapelt werden.
  • Gegenüber der Schlauchverpackung (etwa für Milch) und dem Folienbeutel (Beispiel: Capri-Sun) ist er auf Paletten ohne weitere Umverpackung stapelbar.

Nachteile:

  • Der Getränkekarton ist ungeeignet für kohlensäurehaltige Getränke, die Überdruck erzeugen können.
  • Er ist undurchsichtig. Dadurch sind der Füllstand oder Verfallserscheinungen wie Schimmelbildung nicht sichtbar.
  • Bei der Produktion kann es zur Verunreinigung kommen. 2005 wurde in einigen H-Milch-Packungen die Chemikalie ITX (Isopropylthioxanthon) gefunden. 2006 haben die Hersteller Tetra Pak und ELOPAK laut eigenen Angaben neue Druckfarbenrezepturen eingeführt, die auf die Verwendung von ITX verzichten.
  • Untersuchungen des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes Münsterland-Emscher-Lippe in Zusammenarbeit mit der Universität Münster zeigen, dass Mikroplastik vom Verpackungsmaterial in den Inhalt und somit direkt in die menschliche Nahrungskette gelangt. Es wurden Polymere wie Polyethylen und Polyolefine gefunden.[4]

Die ökologischen Auswirkungen von Getränkekartons werden kontrovers diskutiert und wurden über die vergangenen Jahre unterschiedlich bewertet. Einerseits können Getränkekartons mit verschiedenen Verfahren recycelt bzw. verwertet werden und stellen eine Alternative zu den herkömmlichen Pfandflaschen aus Glas oder Einweggebinden aus PET dar. Im Gegensatz zu diesen nimmt ein leerer Getränkekarton zusammengefaltet weniger Platz ein und wiegt deutlich weniger, was die für den Transport benötigte Energie verringert. Das Umweltbundesamt hat 2015 in einem Forschungsprojekt eine umfangreiche Anzahl von Ökobilanzen über Getränkeverpackungen aufstellen lassen, aus der unter anderem hervorgeht, dass zwischen der Verwendung von Mehrweg-Glasflaschen und Einweg-Getränkekartons kein umfassender ökologischer Vor- oder Nachteil erkennbar ist (Prüfung und Aktualisierung der Ökobilanzen für Getränkeverpackungen. Umweltbundesamt - Texte 19/2016 - download).
Nach Angaben des Umweltbundesamtes wurden 2013 von den Sammlungen des Dualen Systems Deutschland 137.300 t gebrauchte Getränkekartons stofflich verwertet, was einer Quote von 77,5 % entspricht. Die deutsche Verpackungsverordnung sieht vor, dass Verbundverpackungen, und somit auch Getränkekartons, wiederverwertet werden. Aufgrund der von Umweltverbänden als schwierig angesehenen Wiederverwertung wird jedoch teils auch dazu aufgerufen, beim Einkauf Verbundverpackungen zu meiden.

Informationen:

- wikipedia - engl. Liquid packaging board -

- Fachverband Kartonverpackungen für flüssige Nahrungsmittel e.V., Berlin - www.getraenkekarton.de -

Die Perga-Packung - Geschickt verpackt – der erste Getränkekarton Europas. Lebensmittelverpackungen sind aus unserem heutigen Alltag kaum wegzudenken. Hinter den praktischen Kartons steckt eine vielseitige Geschichte – zum Beispiel die von Günter Meyer-Jagenberg und seiner Entdeckung der Perga-Packung. - link bei www.daidalos.blog  (Erfindungen und Ideen)

 
 

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