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Zeit und Ernährung

 
Zeit ist ein "Totalphänomen". Es hat zu Bezug zu Allem. Sie ist vorhanden, aber nicht greifbar, ein "theoretisches Konstrukt". Menschen konstruieren sich Zeit. Verschiedene Zeiten (Evolution), verschiedene Lebensräumen (Settings, handlungsräume) - führen zu verschiedenen "Zeiten" (Psychologie er Zeitwahrnehmung). Zwischen physikalisch-atomaren bis physikalisch-galaktischen Abläufen, physiologische Zeiträume bis hin zu subjektiv empfundener Zeit (Zeit vergeht wie im Flug; lähmene Langeweile). Auf dem Zeitstrahl (Kalender) - Zeitachse - sind Ereignisse zu verorten. (www.kalender-365.de ) (wiki-Begriff) (Kalender-Systeme)
Bezug zum (Welt)Raum - Erde - Sonnensystem - Rhytmus+Zyklus
(auf dem Breitengrad Deutschlands - entsprechen 18km in Ost-West/Längengrad = 1min) - Zeitzonen

Wichtige Dimension in der Ernährungsforschung. Die Dimension der Zeit überlagert alle drei Dimension des Untersuchungsraumes Ernähungsforschung. Diese banale Erkenntnis wird in der bisherigen Ernährungsforschung sehr stark vernachlässigt.  (s ErnährungsepidemiologieBuch; und Habil-Vortrag).

Die Lebensmittel entstammen alle biologischen Wachstumsprozessen. Die Saat muss auf fruchtbaren Boden fallen; die Tiere müssen sich paaren und zeugen. Der Wuchs bedarf der Pflege und der Zeit zur Reife. Ernte- und Schlachtzeiten liefern das Ausgangsmaterial; das zu Lebensmittel verbarbetien werden. Siehe auch Saison-Kalender (Beispiel).

Das biologische Verhalten wird von inneren Abläufen gesteuert, die durch äussere Einflüsse (via Sinneswahrnehmungen) moduliert werden (Tropismen), z.B. durch Hell-Dunkel-Zyklen (Tag-Nacht; diurnale Rhythmen) (Phototropismen). Ein Beispiel dafür ist die sogenannte Vogeluhr - Datei-Link; bzw.
http://de.wikipedia.org/wiki/Vogeluhr ) (Informationswechsel ergänzt den Stoffwechsel). Daraus entstehen Zyklen und Rhytmen.

Die Biologie wird durch den Zeitenlauf gesteuert - Tag und Nacht-Rhythums (Chronobiologie); und ebenso durch den Jahreslauf - die verschiedenen Jahrezeiten in unserer geographischen Zone, bestimmten den "Rhythmus der Natur". Der Jahreszyklus bestimmte den Landwirtschaftlichen Kalender - saisonale Angebote der Lebensmittel. Das gilt heute noch, doch die Bindung zur "nahen Natur" wird schwächer. Es gibt "Klimatisierte Räume" - Klimaanlagen - so dass bereits heute prizipiell unter "total kontrolliertem technischen Anbau" produziert werden kann (Forschungsgewächshäuser). Doch saisonale Ernährung erlebt eine gewisse Wiederbelebung (revival) durch das Marketing; viele traditionalle Anlässe können für Absatzförderung genutzt werden. Das kann recht allgemein sein, aber auch speziell - wie z.B. das Osterlamm; oder Fischaktionen; Maultaschenwochen in der Vorosterwoche (Karfreitag).

Die Lebensmittel-Verarbeitung führt zur Lager- und Transportfähigkeit. Die Lebensmittel werden verteilt. Letztlich gelangen sie in Haushalte  (private und gemeinschaftlichen); werden dort nochmals gelagert. Lebensmittel sind nicht unbegrenzt haltbar - es gibt ein Mindesthaltbarkeitsdatum bzw mehrer. Datum wann es noch bei guter Qualität verkauft werden kann, und bis es noch verzehrsfähig ist.

(Hier link zum Stichwort - Mindeshaltbarkeits-Datum / Kennzeichnung auf Lebensmittel / und Link Nutzung in der Kultur / der Kalender - von Juli Gudehus (link) - basiert auf Nutzung von Fotographien von Lebensmittelverpackungen  /  Französischer Revolutionskalender (Info) - enge Anbindung der Namen in Natur-Ereignissen)

Dann kommen im Prozess der Zubereitung - just in time - die Zutaten zusammen (siehe Zutatenlisten der Rezepte). Nach der Bereiststellungs- und Zubereitunsgphase erfolgt das eigentliche Essen - die Zeiten der Essens - die Mahlzeiten. Diese haben auch physiologischen Zeithintergründe - die Biorhythmen von Menschen einschlässlich von Hunger und Sättigung.

Die Gewohnheiten - das Alltagshandeln - das Essen - von Menschen hängt mit gesellschaftlichen Entwicklungen ab. Jeder Aspekt unterliegt historischen Prozessen (Evolution).  Entwicklung der Lebensmittel (Züchtugnen); der Lebensmittelverarbeitung; das Handelns, das Kochens, der Mahlhzeit-Situationen usw. (es ist die Geschichte des Ernährungsverhaltens) (Geschichte der Ernährungskultur) (Bezug zur Dimension Umwelt- Veränderung der Umwelt im Laufe der Zeit)

Menschen verändern sich mit der Zeit; intraindividuell ist es die Biographie eines jeden Menschen; und dies wird moduliert durch die gesellschafltochen Entwicklungen (Geschichte der Gesellschaften).

Leben ist für einen Menschenzeitraum betrachtet unendlich – hat irgendwann mal begonnen; aus Mineralstoffen / Wasser / Gase – CO2 usw – entstand eine „Ursuppe“; dann die Ordnung der Molküle – chemische Evolution )Dieser „unendlichen“ Weltzeit steht die berenzte Individualzeit (die (Lebenserwartung)Lebenserwartung) gegenüberf die Ernährungsweise beeinflusst diesen Zeitraum / hier gibt es die Biographie (Anfang – bis Ende) / subjektiv – „meine Zeit“

Große Diskussion – ein Zufall oder gelenkt (GOTT) / heute noch – Darwin vs Kreationisten

Historischer Rückblick auf Ernährung (Zeitgeschichte; Wandel der Gesellschaft wirkt auf Wandel der Ernährung und dieser verändert Gesellschaft - Ernährungssystem). (Mutationen der Menschheit).

Der Lauf der Welt (Phylogenese); die "Geschichte" der Lebensmittel, der Ernährung, der Ernährungskultur, - ist die Summe der verschiedenen individuellen Ereignisse (Abläufe; Ontogenese). Aus vielen Teil(entwicklungen) entsteht eine neue Entwicklung (Zeit-Ära). (das Geschenk der Mitarbeiter - (m)ein Bild ist aus vielen "Gesichtern/Personen" aufgbaut passt hier sehr gut).

Entwicklungen sind nicht nur kontinuierlich, sondern es gibt auch "Sprünge" und "Brüche" - historische (Zeit)Ereignisse (Weltkriege; Chronik der Ereignisse; GAU, für Ernährung zB BSE;, im individuellen Leben (Biographie) die "Life events).

Aus dem Rückblick (Geschichtswissenschaft) wird es möglich in die Zukunft (Planung, Organisation; Zukunftsforschung) zu projizieren: das betrifft die Ernährungspolitik (Public Health Nutrition). Die Folgen von heutigen Entscheidungen sollten überdacht werden (Politik/Technik-Folge-Abschätzung)

Die Verwendung der Zeit ist ein weiteres Kapitel der zeitbezogenenen Ernährungsdimension; wieviel Zeit wird für die Ernährung verbraucht. Es gibt "objektive"  chronologische Zeit, und die subjektive gefühlte Zeit. Zeit wird für die Sinneswahrnehmung und deren Verarbeitung benötigt; Leben (und Ernährung) geniessen (sich wohlfühlen), das braucht seine Zeit,  In einer Zeit, in der die Zeit knapp wird (fast); in der der Informationsdruck von aussen immer größer erscheint; in der immer mehr verschiedene Materialien (Stoffe, Lebensmittel) auf Menschen wirken; wird die Körper-Seele Reaktion auf die Zeit ein wichtiger Ernährungs- und Gesundheitsfaktor.

 

Siehe auch Publikationen - OLT 205 / OLT 214

Mahl + Zeit.  Gesundheit, Gewicht, Genuss: Wer sich richtig ernähren will, bringt die Uhr ins Spiel (S.Kara)  Die Zeit -13.11.2017

Dr.Rainer-Wildstiftung: Tempodiät. Essen in der Nonstop-Gesellschaft. 2014, Eigenverlag, Heidelberg, 125 S. (link)  mit Beiträgen von: Martin Braun, Guiseppe Domeniconi, Lisa Hahn, Ursula Hasler, Michael Macht, Barbara Methfessel, Manfred Molicki, Gesa Schönberger, Harald Seitz, Nanette Ströbele-Benschop Die

Die Zeit ist unendlich im Prinzip (wenn es die Zeit überhaupt gibt); Zeiträume des Weltalls; auch der Zeitraum des Lebens einer Spezies (vom Werden bis hin zum Vergehen - das Aussterben - rote Listen) ist sehr groß, im Vergleich zum eigenen (individuellen) Leben. "Man ist länger tot als man lebt" (also nutze die Zeit - den Tag - carpe diem)

Veränderung der Zeit - der Nutzung der Zeit - z.B. durch IT - Internet; "Handy", EMail
jederzeit erreichbar; Informationsaustausch - weltweit - gleiche Zeit;
Nutzung der Medien - Audio (Radio) / Fernsehen (Video) usw - zeitunabhängig / "Podcasts" / abrufebare Sendungen
(Frank Schirrmacher; "Die Revolotion der Zeit" (Leben im Takt des Internets); Frankfurter Allg Sonntagszeitung; 18_07_2011)

Chronos - griechischer Gott der Zeit - Zeitverläufe
Kairos - griechische Mythologie - der richtige Zeitpunkt für das Handeln/Entscheiden (Gunst des Augenblicks)  (Lebensereignisse)
(Die Zeit - Nr.1 - 27.12.2012/2013 - "Jetzt oder Nie" (Dossier Chrisoph Kucklick)

Gerasch,M.: Natürliche Zeit - technische Zeit. a tempo Nr.12/2013

Geißler, K.A., Geißler, J.: Time is Honey. Vom klugen Umgang mit der Zeit. oekom-Verlag, 2015

Schivelbusch,W: Geschichte der Eisenbahnreise: Zur Industrialisierung von Raum und Zeit im 19.Jahrhundert. Hanser, München/Wien 1977, ISBN 3-446-12425-X. Taschenbuch: Fischer-TB 14828, Frankfurt am Main 2000, ISBN 3-596-14828-6. (link - Gesellschaft für Zeitkultur)

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