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06/08/14

Cupuaçu - eine Kakao-Verwandte

Cupuaçu oder Großblütiger Kakao (Theobroma grandiflorum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Theobroma innerhalb der Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Dieser kleine Baum stammt aus Brasilien und erreicht Wuchshöhen von bis zu 20 Metern, bei Stammdurchmessern von bis zu 45 Zentimetern. In Plantagenkulturen ist er kleiner.
Cupuaçu stammt aus den tropischen Tiefland-Regenwäldern in Höhenlagen unterhalb von 400 Metern am unteren Amazonas, im Südosten des brasilianischen Bundesstaates Parà¡ und dem angrenzenden Maranhão.  Die Cupuaçàu-Pflanzen wachsen dort im Schatten höherer Bäume, gegen Austrocknung sind sie sehr empfindlich. Sie sind bis nach Costa Rica anzutreffen. Der ursprüngliche Lebensraum wird durch Waldrodung  stark verkleinert.
Die länglich-rundlichen Früchte reifen nach vier bis fünf Monaten und erreichen dann eine Länge zwischen 12 und 35 Zentimeter, einen Durchmesser zwischen 10 und 15 Zentimeter und ein Gewicht zwischen einem halben und zweieinhalb Kilogramm. Reife Früchte verströmen einen starken, angenehmen Duft. Die bei Reife braune Fruchtschale ist dicht flaumig kurz behaart. Die äußere Schale (Exokarp) ist hart und spröde, darunter liegt das schwammige und ebenso harte Mesokarp. In der Frucht befinden sich 25 bis 50 Samen, die von cremefarbenem „Fruchtfleisch“ (Endokarp, Pulpe) umhüllt sind. Die Samen sind abgeflacht, etwa 3 Zentimeter lang und 1 Zentimeter breit.
Das „Fruchtfleisch“ schmeckt säuerlich-aromatisch und findet versetzt mit Zucker Verwendung in Erfrischungsgetränken, Marmeladen, Likören, Joghurts, Eiscremes und ähnlichen Erzeugnissen.
Die Samen bestehen zur Hälfte aus Fett und werden ähnlich denen des Kakaos (Theobroma cacao) genutzt.Im Vergleich zu Kakao hat Cupuaçu bisher jedoch eher geringe kommerzielle Bedeutung in Europa. Die erzeugte Schokolade hat eine geringe Qualität, was aber an den unzulänglich entwickelten Fermentierungstechniken liegen könnte.
In der Küche Amazoniens hat die Cupuaçu-Schokolade, auch „Cupulate“ in Brasilien genannt, eine große Bedeutung, sie kann zur Herstellung von Pralinen, Eis, Cremes, Gelees und Torten benutzt werden.
Die Samen werden gegen Bauchschmerzen eingesetzt und der von Schamanen gesegnete Cupuaçu-Saft soll bei schwierigen Geburten erleichternd wirken. Die Cupuaçu-Butter wird, wegen ihrer antibakteriellen Wirkung, zur Wundheilung verwendet, in der Körperpflege ist sie geschätzt wegen ihres hohen Anteils an Phytosterolen, Vitamin E und wegen ihres Duftes.
In Kultur werden drei wichtige Sorten bzw. Sortengruppen unterschieden:
die 'Mamau': eine samenlose Sorte, die 'Mamorano'-Gruppe: Früchte am Ende zugespitzt, groß; die 'Redondo'-Gruppe: rundliche, kleinere Früchte.
Pro Hektar und Jahr werden bis zu 7.000 Früchte geerntet, was etwa zwei Tonnen Fruchtfleisch und anderthalb Tonnen Samen entspricht.
Der Anbau erfolgt in Plantagen, wobei Mischkulturen gute Erfolge bringen, da die Pflanzen an Halbschatten angepasst sind. Deshalb wird dem Großblütigen Kakao ein gewisses Potenzial zur naturnahen Bewirtschaftung amazonischer Regenwaldgebiete zugesprochen.
Ein japanischer Lebensmittelkonzern (Asahi Foods, Kyoto) versuchte Cupuaçu in Japan, USA und Europa als Warenzeichen eintragen zu lassen und beantragte ein Patentschutz für die Verarbeitung des ölhaltigen Samens zu Cupulate. Dies rief den Protest einiger NGOs (BUKO - link) hervor, die dieses Vorgehen als Biopiraterie bezeichnen. Inzwischen ist allerdings die Marke annulliert, und die Patentanträge sind abgewiesen.

Informationen:

wikipepia - engl. cupuaçu

D.C. Giacometti: Cupuaçu (Theobroma grandiflorum). In: J. E. Hernándo Bermejo, J. León (Hrsg.): Neglected Crops - 1492 from a Different Perspective. Plant Production and Protection Series. Bd 26. FAO, Rome 1994, S. 205-209. ISBN 92-5-103217-3 P. (link)
Universität Hamburg, Biocenter Klein Flottbek und Botanischer Garten- link

Brazil´s new alternative to Chocolate - Guardian 17.04.2014 (link)

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