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05/01/14

Johann Heinrich von Thünen

Johann Heinrich von Thünen (*24.06.1783 in Canarienhausen, Wangerland; † 22.09.1850 in Tellow) war ein deutscher Agrar- und Wirtschaftswissenschaftler, Sozialreformer und Musterlandwirt. Er vereinte theoretische Kenntnisse der Mathematik mit praktischen Erfahrungen aus seinem landwirtschaftlichen Musterbetrieb. Er kann zur klassischen Ökonomie gezählt werden, ist aber auch ein früher Autor der Wirtschaftsgeographie. Zu Johann Heinrich von Thünens Pionierleistungen gehören unter anderem die Entwicklung von land- und forstwirtschaftlichen Produktions-, Standort- und Raumstrukturtheorien mit entsprechenden Impulsen für die Wirtschaftsgeographie und Regionalwissenschaft und die Begründung der Landwirtschaftlichen Betriebslehre (Ökonometrie) in Deutschland.
(wikipedia)

Thünensche Ringe (wikipedia)
Der Landwirt - als homo oeconomicus - arbeitet gewinnorientiert; die Erlöse hängen von zwei wesentlichen Faktoren ab,  optimalen Nutzung der Landflächen und den Transportkosten. Die Agrarprodukte werden nicht am Produktionsort nachgefragt sondern dort wo Menschen leben; sie müssen transportiert werden (Verteilung; Handel). Die Transportkosten steigen mit zunehmender Entfernung; sie hängen vom Volumen, Gewicht und Haltbarkeit ab. Zu Thünen´s Zeit geschah der Transport hauptsächliche durch Pferdefuhrwerke; in seinem Modell wurde nicht nur das Transportgut berücksichtigt, sondern auch das Pferdefutter.
Aus diesen Bedingungen ergaben sich im frühen 19. Jahrhundert ringförmige, konzentrisch um den Absatzort ausgebildete, Zonen der landwirtschaftlichen Nutzung; für jedes Produkt gibt es einen bestimmten Abstand zur Stadt, in dem die Produktion lohnend ist.
- Im ersten Kreis dominiert die freie Wirtschaft. In dieser Zone könnten theoretisch alle Güter produziert werden, es werden jedoch vorwiegend leichtverderbliche (z.B. Milch) oder transportkostenintensive Güter erzeugt.
- Daran schließt sich, aufgrund der hohen Transportkosten, eine Zone der Forstwirtschaft an, welche im stadtnäheren Bereich Brennholz und im entfernteren Nutzholz liefert.
- Es folgt eine Zone der Fruchtwechselwirtschaft. Hier wird intensiver Ackerbau im Wechsel zwischen Blatt- und Halmfrucht betrieben.
- Die folgende Zone ist einer der Koppelwirtschaft an, bei welcher das Land abwechselnd als Acker oder Weide verwendet wird.
- In der fünften Zone dominiert die Dreifelderwirtschaft, der extensivsten Form des Getreidebaus mit Brache.
- Im äußersten Bereich übersteigen die Transportkosten die Gewinne aus der Getreidewirtschaft, deshalb kann hier nur noch Viehzucht betrieben werden, deren Erzeugnisse aufgrund ihres hohen Wertes die Transportkosten tragen können.

Durch die industrielle Revolution entwickelte sich die Infrastruktur (Strassen, Schienen, usw.) und das Transportwesen, so gibt es nicht mehr idealtypische
Thünenschen Ringe. (Handelsgeschichte)

(Landnutzungs-Simulationsmodell Thünen - link)

Es gibt die Thünen-Gesellschaft - www.thuenen.de - dort auch digitales Archiv; sehr umfangreiche Informationen

Johann Heinrich von Thünen-Institut – Bundesforschungsinstitut für ländliche Räume, Wald und Fischerei (vTI),   (wikipedia)
- Ressortforschung im es Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV

Philatelie (bisher mir keine Belege bekannt) (außer Freistempel des Thünen-Instituts)

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